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    Zuletzt aktualisiert: 08.03.2012 um 16:22 UhrKommentare

    Immer mehr Funktionäre wenden sich von Assad ab

    Erstmals seit Beginn der Revolte vor einem Jahr ist ein ranghohes Mitglied der syrischen Regierung, der Vize-Ölminister Abdo Hussameldin (Hussam al-Din), zu den Aufständischen übergelaufen.

    Immer mehr Menschen wenden sich von Assad ab

    Foto © ReutersImmer mehr Menschen wenden sich von Assad ab

    In Syrien wenden sich immer mehr Funktionäre von Präsident Bashar al-Assad ab. Erstmals seit Beginn der Revolte vor einem Jahr ist ein ranghohes Mitglied der syrischen Regierung, der Vize-Ölminister Abdo Hussameldin (Hussam al-Din), zu den Aufständischen übergelaufen. Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos zeigte sich nach ihrem Besuch in der syrischen Stadt Homs erschüttert über die schweren Zerstörungen. Unterdessen lässt US-Präsident Barack Obama nach den Worten von US-Generalstabschef Martin Dempsey erstmals auch militärische Optionen prüfen.

    Auf der Internet-Plattform YouTube tauchte in der Nacht auf Donnerstag ein Video auf, in dem der Vize-Ölminister seine Unterstützung für den Aufstand gegen das Regime erklärte. Eine offizielle Reaktion des Regimes in Damaskus gab es zunächst nicht. Die syrische Opposition begrüßte dagegen am Donnerstag das Überlaufen des Vize-Ministers. Hussameldin sagt in dem Video, er wolle seine mehr als 30-jährige Karriere im Staatsdienst nicht damit beenden, dass er die Verbrechen dieses Regimes billige. Er schließe sich nun der "Revolution des Volkes" an, "das die Ungerechtigkeit und die brutale Kampagne des Regimes zurückweist".

    Er wisse, dass sein Haus nun vermutlich angezündet werde. Seine Familie müsse mit Verfolgung rechnen, und man werde Lügen über ihn verbreiten. Trotzdem habe er nicht länger schweigen können. Der ehemalige Spitzenfunktionär erklärte gleichzeitig seinen Austritt aus der regierenden Baath-Partei. Wo er sich zur Zeit aufhält, ist nicht klar. Am Ende seiner Botschaft appellierte er an seine früheren Kollegen im Ministerium und in der Regierung, seinem Beispiel zu folgen mit den Worten: "Verlasst dieses sinkende Schiff!"

    In den vergangenen Tagen sollen sich nach Angaben von Aktivisten mehrere hochrangige Offiziere der syrischen Armee nach Jordanien abgesetzt haben. Aus der Region Azaz nahe der türkischen Grenze wurden am Donnerstag Angriffe von Deserteuren auf zwei Stützpunkte der Sicherheitskräfte gemeldet.

    Unterdessen lässt Obama nach den Worten von US-Generstabschef Dempsey erstmals auch militärische Optionen prüfen. Dazu zählten humanitäre Missionen, die Überwachung der Seewege, Flugverbotszonen und begrenzte Luftschläge, sagte Dempsey am Mittwoch (Ortszeit) vor dem Streitkräfteausschuss des Senats in Washington. Die verschiedenen Möglichkeiten seien aber noch nicht mit Obama direkt diskutiert worden, sondern mit seinem Team von Sicherheitsberatern. Auch gebe es noch keine Detailplanung. Obama hatte sich erst kürzlich wieder gegen ein militärisches Eingreifen seines Landes in Syrien ausgesprochen.

    UNO-Nothilfekoordinatorin Amos erschüttert

    UNO-Nothilfekoordinatorin Amos hat sich nach ihrem Besuch in Homs nach Angaben aus diplomatischen Kreisen erschüttert über die schweren Zerstörungen in dem von der syrischen Armee eroberten Viertel Baba Amr gezeigt. Um jedoch Verhandlungen mit dem Assad-Regime über die Gewährung eines freien Zugangs für Nothelfer zu Tausenden von Menschen nicht zu gefährden, sei es Amos "kaum möglich, laut Alarm zu schlagen", sagten am Donnerstag Diplomaten in Genf.

    Die UNO-Nothilfekoordinatorin hatte das Viertel Baba Amr am Mittwoch erstmals kurz besuchen können. Während des etwa einstündigen Aufenthaltes sei Geschützfeuer zu hören gewesen, berichteten Helfer. Amos hielt sich am Donnerstag weiter in Syrien auf, wo sie in Damaskus mit Vertretern der syrischen Regierung zusammenkommen wollte.

    Nach dem Abzug der Deserteure der Freien Syrischen Armee hatte die Armee das Viertel Baba Amr am Donnerstag vergangener Woche eingenommen. Seither sollen Tausende Zivilisten aus dem vormals umkämpften Gebiet geflohen sein. Nach tagelangem Warten erhielt der Rote Halbmond am Mittwoch erstmals Zugang zu dem Gebiet, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mitteilte. Aktivisten hatten in den vergangenen Tagen über Hinrichtungen, Massenfestnahmen, Vergewaltigungen und Plünderungen in Baba Amr berichtet.

    Am kommenden Samstag wird auch der neue Syrien-Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan, in Damaskus erwartet. Am Donnerstag betonte Annan, eine Lösung für die Krise in Syrien könne nur aus dem Land selbst kommen. Ein militärisches Eingreifen von außen wie in Libyen sei keine Option, erklärte er nach einem Gespräch mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elaraby (al-Arabi), am Donnerstag in Kairo.

    Die Vereinten Nationen bereiten angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien inzwischen Lebensmittel-Notrationen für 1,5 Millionen Menschen in dem arabischen Land vor. Die Lagerbestände würden entsprechend aufgestockt, sagte John Ging vom UNO-Büro zur Koordinierung für humanitäre Hilfseinsätze am Donnerstag in Genf.

    Quelle: APA

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