"Sie halten uns alle in Geiselhaft"
Nach ihrem Veto gegen eine Syrien-Resolution hagelt es Kritik an Russland und China. Die syrische Opposition spricht von einer "Lizenz zum Töten" für Bashar al-Assad.

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Wir sind angewidert, dass einige Mitglieder uns davon abhalten, unsere Pflicht zu tun." So deutlich drückte es die UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten, Susan Rice, aus: Mit ihrem Veto gegen eine Syrien-Resolution des Weltsicherheitsrats haben Russland und China weltweit Empörung und Kritik ausgelöst.
Unverständnis groß
Westliche und arabische Staaten äußerten ihr Unverständnis über das Nein beider Großmächte zu einem Text, der die Untaten des Regimes von Damaskus verurteilen hätte sollen. Dagegen hatten 13 der 15 Mitglieder die arabisch-europäische Entschließung befürwortet.
"Das ist eine große Enttäuschung für die Menschen in Syrien und dem ganzen Nahen Osten, für alle Unterstützer von Demokratie und Menschenrechten", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Der Rat werde seit Monaten "in Geiselhaft gehalten von zwei Ländern, die nur an ihre eigenen Interessen denken", sagte Susan Rice.
"Blut an Händen"
Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud warf Russen und Chinesen vor, sie hätten nun "das Blut des syrischen Volkes an ihren Händen". Die Opposition in Syrien sprach von einer "Lizenz zum Töten". Kurz vor der Abstimmung in New York hatte die syrische Armee laut Menschenrechtsgruppen in Homs ein Massaker an Bewohnern verübt, bei dem zahlreiche Frauen und Kinder starben.
Derweil versuchten Russland und China, ihr Verhalten zu rechtfertigen. "Wir bedauern diesen Ausgang", erklärte Moskaus Botschafter Witalij Tschurkin. Russland habe einen Kompromiss finden wollen. "Aber diese Versuche wurden von Ländern unterlaufen, die zu viel wollten, sogar einen Regimewechsel".









