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Zuletzt aktualisiert: 30.01.2012 um 10:34 UhrKommentare

Syrische Regierungstruppen erobern Gebiete zurück

Bei Kämpfen gegen die Regierungstruppen kamen neun Menschen ums Leben. Russland blockiert weiterhin eine Resolution des Sicherheitsrates. Die Opposition verhinderte die Flucht von Assads Ehefrau.

Foto © APA

IIn Syrien rückt der Aufstand gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad immer näher an die Hauptstadt Damaskus heran. Nach Angaben von Augenzeugen gab es in der Nacht zum Montag heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Deserteuren nur acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Regierung habe daraufhin loyale Einheiten in den Vororten stationiert. Mindestens neun Menschen kamen laut Aktivisten bei den Kämpfen ums Leben.

Die Straße zum internationalen Flughafen sei vorübergehend blockiert gewesen, als Mitglieder des syrischen Geheimdienstes zur Opposition überliefen. Dort sollen Oppositionskräfte die Frau von Präsident Assad, Asmaa al-Assad, und mehrere ihrer Verwandten daran gehindert haben, das Land heimlich zu verlassen. Entsprechende Angaben machten syrische Oppositionskreise gegenüber der ägyptischen Tageszeitung "Al-Masri al-Youm", berichtete das israelische Internetportal Ynet am Montag.

Asmaa und ihre Kinder, die Mutter des Präsidenten und sein Cousin seien in einem Konvoi zum Flughafen unterwegs gewesen, als sich ihnen Aufständische unter dem Kommando eines ehemaligen hochrangigen Offiziers in den Weg gestellt hätten. Nach heftigen Schusswechseln sei es den Sicherheitskräften des Präsidenten gelungen, den Konvoi zum Präsidentenpalast zurückzubringen

Die aus Deserteuren gegründete "Freie Syrische Armee" hatte nach eigenen Angaben am Sonntag einzelne Bezirke am Stadtrand von Damaskus unter ihre Kontrolle gebracht. Sie musste sich aber später nach Angriffen von Regime-Soldaten wieder zurückziehen.

Angriffe auf Leitungen

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete eine Explosion an einer Gaspipeline nahe der Grenze zum Libanon. Die amtliche Nachrichtenagentur des Landes machte am Montag eine "Terroristengruppe" für den Anschlag verantwortlich. Dem regierungstreuen TV-Sender Addounia zufolge traten nahe Telkalakh etwa 460.000 Kubikmeter Gas aus.

Seit dem Beginn der Proteste gegen Präsident Assad wurden schon mehrfach Leitungen angegriffen. Dies hat wiederholt zu Lieferengpässen geführt.

Desertierte Soldaten griffen in Hirak in der südlichen Provinz Daraa einen Kleintransporter an, in dem Sicherheitskräfte der Regierung saßen. Sämtliche Insassen seien getötet worden, hieß es. Daraufhin seien zwei Panzer in die Stadt Hirak gerollt und hätten dort das Feuer auf Zivilisten eröffnet. Dabei seien drei Menschen getötet worden.

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) stellte sich unterdessen hinter den Plan der Arabischen Liga für eine Lösung des innenpolitischen Konflikts in Syrien. OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu forderte den UN-Sicherheitsrat am Montag auf, den Schutz der Zivilisten in Syrien zu gewährleisten. Täglich gebe es "Dutzende Opfer unter den Zivilisten", dazu könne die Weltgemeinschaft "nicht länger schweigen", erklärte Ihsanoglu in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.

Am Abend wollte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi (Elaraby), in New York beim UN-Sicherheitsrat über den Konflikt in Syrien referieren und das weitere Vorgehen beraten. Wegen der eskalierenden Gewalt hat die Liga ihre Beobachtermission unterbrochen. Die meisten Mitglieder des Sicherheitsrat, darunter auch Deutschland, sprechen sich für eine scharfe Resolution gegen die Assad-Regierung aus. Die Veto-Macht Russland blockiert das aber.

Quelle: APA

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