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Zuletzt aktualisiert: 31.12.2011 um 15:58 UhrKommentare

Das Regime täuscht und schießt

Der Volksaufstand in Syrien weitet sich aus, die Aufmerksamkeit der Welt ist das Ziel. Heckenschützen erschießen Dutzende Oppositionelle bei Massenprotesten - die Beobachter des Westens sollen davon aber nichts mitbekommen.

Soldaten auf den Straßen: Schießbefehl auf Demonstranten

Foto © ReutersSoldaten auf den Straßen: Schießbefehl auf Demonstranten

In Syrien sind in einer der größten Protestaktionen seit Beginn des Volksaufstands Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen.

Allein in der nördlichen Widerstandsprovinz Idlib hätten zuletzt 250.000 Menschen an mehr als 70 Orten gegen das Regime von Präsident Assad demonstriert, teilte die Beobachtergruppe für Menschenrechte mit. Auch in Hama und dem Vorort Duma der Hauptstadt Damaskus protestierten nach deren Angaben Zehntausende Menschen. Dutzende Demonstranten seien im Kugelhagel der Sicherheitskräfte umgekommen und weitere 20 verletzt worden.

"Revolution und Freiheit"

Der TV-Sender Al Jazeera strahlte Liveaufnahmen aus, die Zehntausende Demonstranten in einem Bezirk der Stadt Homs zeigten. Die Demonstranten riefen: "Revolution und Freiheit für Syrien." "Die Leute sind begierig, den Vertretern der Arabischen Liga über ihr Leiden zu berichten", erklärte ein Aktivist in der Widerstandshochburg Hama. Unterdessen fordern die Beobachter den sofortigen Abzug von Heckenschützen in den Konfliktregionen. Aus dem Umfeld der Mission hieß es, dass Delegierte in der Protesthochburg Duma außerhalb der Hauptstadt Damaskus die Todesschützen, die sich auf den Häuserdächern verschanzten, mit eigenen Augen gesehen hätten. Ein Aktivist, Oma Idlibi, kritisierte unterdessen, dass die Beobachterdelegation von der syrischen Führung massiv getäuscht würde.

In der Provinz Idlib, nahe der türkischen Grenze, habe die Armee ihre Panzer versteckt, als die Beobachter kamen. Nach dem Besuch sei das Militär wieder aufgefahren. Seit einer Woche ist die Beobachtermission der Liga in Syrien - das Regime antwortet offenbar mit verdeckter Gewalt. Das US-Magazin "Foreign Policy" schreibt, dass die US-Regierung im Geheimen Pläne zur Unterstützung der Opposition in Syrien ausarbeite.


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