Jetzt ist auch der Ex-Geheimdienstchef in Haft
Serie der Festnahmen in Libyen. Nach Saif al-Islam al-Gaddafi ist auch der Ex-Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi gefasst worden. Saif wird der Prozess gemacht.

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Nicht nur Saif al-Islam al-Gaddafi ist in Libyen gefasst worden. Seit gestern ist auch der Ex-Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi in Haft. Laut Übergangsrat soll Saif al-Islam in Libyen der Prozess gemacht werden. Gegen beide Männer liegt auch ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
Der 39-jährige Saif al-Islam war in der Nacht zum Samstag in der Region Wadi al-Ajal im Südwesten Libyens festgenommen worden, so der Brigadenchef der Stadt Zintan, Al-Ajmi al-Atiri. Seine Brigade war demnach zusammen mit Kämpfern aus der Region Targen für die Festnahme verantwortlich.
Ein weiterer an der Festnahme beteiligter Kämpfer sagte, Saif al-Islam sei gemeinsam mit fünf Begleitern in einem Konvoi aus zwei Fahrzeugen gefasst worden. Die Männer seien bewaffnet gewesen, hätten aber keine Zeit gehabt, sich zu wehren. Saif al-Islam soll versucht haben, sich in den Niger abzusetzen, einer seiner Begleiter soll die Wegstrecke aber an die Kämpfer der neuen Führung verraten haben.
Saif al-Islam wurde nach seiner Festnahme in das 170 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis gelegene Zintan geflogen. Ein Foto zeigt, dass er an einer Hand verletzt war. Nach Angaben von Militärführern wurde er verletzt, als sein Konvoi Mitte Oktober bei der Flucht aus der gefallenen Gaddafi-Hochburg Bani Walid bombardiert wurde.
Kein Widerstand
Senussi wurde nach Angaben libyscher Verantwortlicher gestern gefasst. Ein hochrangiger Vertreter des Übergangsrats, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, Senussi sei in der Region Al-Gira im Süden des Landes gestellt worden. Er habe keinen Widerstand geleistet.
Brigaden ehemaliger Rebellenkämpfer hätten den 62-jährigen Schwager des getöteten Machthabers im Haus seiner Schwester festgenommen, sagte der für Al-Gira zuständige Chef des Militärrats von Wadi Shati, Bashir al-Ueidat. Senussi werde den Behörden des Übergangsrats übergeben. Saif al-Islam und Senussi waren monatelang auf der Flucht.
Der Justizminister des Übergangsrats, Mohammed al-Allagi, sagte, der Prozess gegen Saif al-Islam solle in Libyen stattfinden, "denn örtliche Justiz ist die Regel und internationale Justiz die Ausnahme". Saif al-Islam werde ein faires Verfahren erhalten.
Amnesty International und Human Rights Watch forderten eine Überstellung Saif al-Islams nach Den Haag. Ansonsten drohe ihm das gleiche Schicksal wie seinem Vater und seinem Bruder Motassim, die nach ihrer Festnahme getötet worden waren.












