Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
25. Mai 2013 05:47 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Großangriff auf Rebellenhochburg Raketen ausgewichen: Syrien beschießt Passagier-Jet Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Unruhen Nächster Artikel Großangriff auf Rebellenhochburg Raketen ausgewichen: Syrien beschießt Passagier-Jet
Zuletzt aktualisiert: 20.11.2011 um 19:30 UhrKommentare

So lief die Festnahme des Gaddafi-Lieblings

Am Tag nach der Festnahme des Gaddafi-Sohnes Saif el Islam werden Details der Ergreifung bekannt. Er habe zuerst damit gerechnet, getötet zu werden. Die Verfolger versichern, ihn freundlich behandelt zu haben.

Foto © Reuters

Am Tag nach der Festnahme des mächtigsten Sohnes des getöteten ehemaligen Machthabers Muammar Gaddafi, Saif al-Islam, sind die Detials der Aktion bekanntgeworden. Nach Angaben einer der verantwortlichen Truppen, der Brigade von Zitan, wurde der 39-Jährige gegen 1.30 Uhr in der Region Wadi al-Ajal im Südwesten Libyens festgenommen. Seine Brigade war demnach zusammen mit anderen Kämpfern beteiligt.

"Er bat uns, ihm eine Kugel in den Kopf zu schießen oder ihn nach Zintan zu bringen", sagte Atiri. Ein anderer Beteiligter machte weitere Angaben. "Wir haben sie überrascht", sagte Ahmed Amer der französischen Nachrichtenagentur AFP. "Sie hatten keine Zeit Widerstand zu leisten." Saif al-Islam sei bei der nächtlichen Aktion in Begleitung von fünf Männern gewesen; die Gruppe sei mit Kalaschnikows, leichten automatischen Gewehren und einigen Handgranaten bewaffnet gewesen. "Sie haben am Anfang Angst gehabt, dass wir auf sie schießen. Man muss aber anerkennen, dass uns Saif al-Islam mit seiner Ruhe und seinem Mut überrascht hat."

Nach Informationen von Amer bereitete Saif al-Islam seine Flucht in das Nachbarland Niger vor. Einer seiner Begleiter habe diesen Plan jedoch verraten. Daraufhin hätten die Brigade von Zintan und die Kämpfer aus Targen einen Hinterhalt vorbereitet. Am Samstagabend wurde der 39-Jährige dann nach Zintan gebracht, wo er in einer Villa nahe des Stadtzentrums festgehalten wurde. Das erste Foto, das von ihm nach seiner Festnahme veröffentlicht wurde, zeigt ihn mit Verletzungen an der rechten Hand.

Schicksal des Gaddafi-Sohns wird zur Nagelprobe für Libyen

Das Schicksal des gefassten Gaddafi-Sohns stellt das neue Libyen indes auf die Probe. Im Westen wurden Forderungen laut, ihn dem Internationale Strafgerichtshof (IStGH/ICC) zu übergeben. Doch die libysche Führung will Saif al-Islam in seiner Heimat vor Gericht stellen. Ihm droht die Todesstrafe.

Der Nationale Übergangsrat erklärte laut dem Sender Al-Jazeera, Saif al-Islam werde von Libyen nicht ausgeliefert. Er müsse sich in Libyen vor Gericht verantworten. Das sei eine Forderung des Volkes. "Wir versichern den Libyern und der Welt... einen fairen Rechtsweg, auf den unser Volk die letzten 40 Jahre verzichten musste", sagte Libyens designierter Ministerpräsident Abdul Raheem al-Keeb am Samstag auf einer Pressekonferenz in der Bergstadt Zintan. Dorthin war Saif al-Islam gebracht worden, nachdem Milizionäre aus der Stadt ihn in der Nacht auf Samstag in der Sahara aufgegriffen hatten.

Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, begrüßte die Festnahme und forderte die libyschen Behörden zur Zusammenarbeit mit dem IStGH auf. Ähnlich äußerte sich auch der britische Premierminister David Cameron. Schwedens Außenminister Carl Bildt ging noch einen Schritt weiter und rief die libysche Regierung auf, Saif al-Islam an den Haager Gerichtshof zu überstellen. Ähnliche Forderungen stellten auch die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch.

Die Milizionäre, die den Gaddafi-Sohn festhalten, sicherten zu, dass er nicht das Schicksal seines Vaters erleiden werde. Und abgesehen von kurzfristigen Versuchen, das Frachtflugzeug zu stürmen, mit dem Saif al-Islam nach Zintan gebracht wurde, blieb es zunächst auch ruhig um den in London promovierten Gaddafi-Sohn, der zeitweise auch enge Beziehungen zu Österreich unterhielt. Er hatte sich dem Volk früher als westlich orientierter Reformer präsentiert, sich während des Aufstands aber mit harter Hand hinter seinen Vater gestellt.

Der Justizminister der libyschen Übergangsregierung, Mohammed al-Alagy, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Gefangene solle in Libyen vor Gericht gestellt werden - für schwerste Verbrechen, auf die die Todesstrafe steht. Doch die wenigsten rechnen damit, dass Saif al-Islam schon bald dafür in die Hauptstadt Tripolis gebracht wird.

Die Kämpfer aus Zintan erklärten zwar, sie würden ihren Gefangenen an die Zentralregierung übergeben, sobald diese fest im Sattel sitze. Und bis Dienstag muss der designierte Regierungschef Keeb seine Mannschaft vorstellen. Doch zwischen den rivalisierenden Gruppen wird noch um einzelne Ministerien gerungen. Vertretern der Übergangsregierung zufolge könnte nun die Fraktion aus Zintan - mit ihrem Faustpfand Saif al-Islam - vorher noch das besonders begehrte Verteidigungsministerium für sich aushandeln.

Der ICC-Chefankläger Luis Moreno-Ocampo erklärte, er werde in Kürze nach Libyen reisen. Dann werde er die nächsten Schritte klären. Wichtig sei vor allem, dass der Gaddafi-Sohn vor Gericht gestellt werde. "Wo und wie, darüber werden wir reden." Die NATO zeigte sich zuversichtlich, dass Libyen gemeinsam mit dem IStGH für ein gerechtes Verfahren sorgen kann.


KLEINE.tv

Straßenschlachten in Kairo

Blutige Straßenkämpfe erschüttern die ägyptische Hauptstadt Kairo – min...Bewertet mit 5 Sternen

 

Stichwort: Syrien

Nach über vierzigjähriger Herrschaft ist die autokratischen Herrschaft der Assad-Familie in Syrien ins Wanken geraten.

Grafik: Das Herrschaftssystem/APA
 

Die Unruhen im Bild

Dutzende Tote nach Explosionen in Türkei 

Dutzende Tote nach Explosionen in Türkei

 




Seitenübersicht

Zum Seitenanfang