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    Zuletzt aktualisiert: 10.10.2011 um 11:17 UhrKommentare

    Islamisten distanzieren sich von Gewalt in Kairo

    Schwere Ausschreitungen zwischen Kopten und Muslimen in Kairo haben 24 Menschen das Leben gekostet. Ursprung war eine Demonstration koptischer Christen gegen muslimische Extremisten.

    Foto © Reuters

    Nach schweren religiösen Unruhen mit mindestens 24 Toten hat die regierende ägyptische Militärführung eine fünfstündige Ausgangssperre über Teile Kairos verhängt. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, gilt sie von 2.00 Uhr in der Nacht bis 7.00 Uhr am Montagmorgen. Die Ausgangssperre gelte für den Tahrir-Platz und das Stadtzentrum, berichteten staatliche Medien am Sonntag. Für Montag berief die Militärregierung das Kabinett zu einem Dringlichkeitstreffen ein.

    Bei schweren Straßenschlachten zwischen Demonstranten, vorwiegend koptischen Christen, und Sicherheitskräften vor dem Fernsehgebäude waren zuvor nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums 24 Menschen getötet und mehr als 213 verletzt worden. Rund 2000 koptische Christen hatten im Zentrum Kairos zunächst friedlich gegen muslimische Extremisten demonstriert, die vor eineinhalb Wochen im Süden des Landes eine Kirche in Brand gesteckt hatten.

    Wie der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete, dauerten die Auseinandersetzungen in Kairo noch kurz vor Beginn der Ausgangssperre an. Schlägertrupps, bei denen es sich um radikale Muslime gehandelt haben soll, hätten versucht, ein koptisches Krankenhaus im Stadtzentrum zu stürmen. Wie es weiter hieß, wolle sich Ministerpräsident Essam Sharaf noch in der Nacht in einer Ansprache an das Volk wenden.

    Radikale Muslime in Ägypten haben eine mögliche Schuld für den Gewaltausbruch im Zentrum der Hauptstadt Kairo von sich gewiesen. Man verurteile, was geschehen ist, erklärte ein Sprecher der sogenannten Salafisten-Bewegung am Montag. Mindestens 24 Menschen waren nach arabischen Medienberichten am Sonntagabend bei Straßenschlachten zwischen koptischen Christen und Sicherheitskräften ums Leben gekommen. Mehr als 200 sollen verletzt worden sein.

    Die oppositionelle Jugendbewegung 6. April, die im vergangenen Winter und Frühjahr maßgeblich die Proteste gegen das alte Regime mitorganisiert hatte, wertete die Eskalation in Kairo als Versuch, "den friedlichen Charakter der Revolution" zu zerstören. An den Massendemonstrationen, die zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak geführt hatten, waren auch Angehörige der christlichen Minderheit beteiligt gewesen. Viele koptische Christen, die auch unter Mubarak schon über Diskriminierung geklagt hatten, treibt jedoch die Sorge um, dass ihr Staat unter dem Einfluss der Muslimbruderschaft jetzt "islamisiert" wird.

    Krisensitzung

    Die ägyptische Regierung kommt am Montag angesichts der Gewalt bei Protesten koptischer Christen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Wie das Staatsfernsehen berichtete, berief der amtierende Regierungschef Essam Sharaf das Kabinett für den Nachmittag ein. Bei einer Demonstration von Kopten in Kairo waren am Sonntagabend 24 Menschen ums Leben gekommen. Es waren die schwersten Ausschreitungen in dem Land seit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak Anfang dieses Jahres.

    Bei den Zusammenstößen zwischen Kopten, Muslimen und Sicherheitskräften wurden nach neuen Angaben zudem mehr als 200 Menschen verletzt. Nach Angaben eines Sicherheitsvertreters wurden in der Nacht mindestens 40 Menschen im Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen festgenommen. Ob es sich um Muslime oder Christen handelte, war zunächst unklar.

    Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich "sehr besorgt" über die religiös motivierte Gewalt. "Ich rufe alle Seiten zu größter Zurückhaltung und Besonnenheit auf", hieß es in einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Erklärung. "Gewalt und religiöser Zwist dürfen den Prozess der Demokratisierung nicht stoppen", hieß es darin. Der Weg zur Demokratie führe auch über religiöse Toleranz.


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