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    Zuletzt aktualisiert: 09.10.2011 um 22:36 UhrKommentare

    Spindelegger auf Mission in Libyen

    Vizekanzler Spindelegger und eine österreichische Wirtschaftsdelegation auf Kurzbesuch in Libyen. Neueröffnung unserer Botschaft.

    Foto © APA

    In Tripolis ist wieder der Alltag eingekehrt. Auf den ersten Blick zumindest. Das Zentrum erstickt im Stau, durch den Basar wälzen sich die Massen. Von den Kriegsfolgen ist wenig zu sehen, vom völlig zerbombten, früheren Gaddafi -Komplex abgesehen.

    Doch von Normalität kann keine Spur sein. Aus Sicherheitsgründen konnte die von Außenminister Michael Spindelegger am Sonntag vorgenommene Wiedereröffnung der österreichischen Botschaft nicht, wie ursprünglich geplant, bei der Residenz stattfinden. Zehntausende Libyer laufen noch immer mit denen im Zuge des Umsturzes generös verteilten Handfeuerwaffen herum. An den Kreuzungen regeln Milizsoldaten den Verkehr. In der Nacht verüben Gaddafi-Anhänger wieder Anschläge in der Hauptstadt, einige Stadtviertel sind zu unsicher. Gaddafi soll sich mit wenigen Getreuen, berichtet ein Geheimdienstmitarbeiter, in der Wüste unweit der Grenze zum Niger. "wir wissen ziemlich genau, wo er sich befindet, weil er so unvorsichtig ist und täglich mit seinen Verbündeten telefoniert."

    Auch die politische Lage ist alles andere als stabil. In wenigen Tagen könnte, so die große Hoffnung, Sirte, die letzte Gaddafi Bastion, fallen. Doch dem Land, das mehr als 40 Jahre mit harter Hand vom gefallenen Diktator regiert wurde, steht eine ungewisse Zukunft ins Haus. Dessen sind sich auch die jetzigen Machthaber bewusst. "Wir müssen die Demokratie von null aufbauen", erklärt Finanz- und Ölminister Ali Tarhouni. "Das ist ein sehr fragiler Prozess." Derzeit ist auch überhaupt nicht absehbar, wann etwa das von der OMV geförderte Öl wieder fließt.

    Spindelegger bietet dem neuen Präsidenten des Landes, Abdul Jalil, umfangreiche Unterstützung an. Ein Dutzend Verletzten sollen nach Österreich ausgeflogen werden, um in heimischen Spitälern behandelt zu werden. Das Hilfswerk erklärt sich bereit, ein Zentrum für Traumakranke in Libyen zu errichten. Auch an die Ausbildung von Polizisten, Richtern, Staatsanwälten und Diplomaten ist gedacht. Osterreich will sich außerdem an einer Entminungsmission beteiligen.

    Aber vor allem will auch die österreichische Wirtschaft mit dabei sein, wenn es wieder aufwärts geht mit Libyen. Rund 50 Vertreter heimischer Firmen, die, wie es der Leiter der Wirtschaftsdelegation, Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz, formulierte, "ein starkes Signal unseres großen Interesses setzen" wollen", flogen mit dem Vizekanzler in einem eigens gecharterten AUA-Flieger nach Tripolis. Unternehmen, die wie die Baukonzerne Porr, Alpine oder Strabag jahrelang in Libyen tätig waren, loteten die Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme ihrer Projekte auf, die während des blutigen Bürgerkriegs zum Erliegen gekommen sind.

    MICHAEL JUNGWIRTH, TRIPOLIS

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