Gaddafi: "Greift zu den Waffen und kämpft"
In einer Audiobotschaft meldete sich der Diktator am 42. Jahrestag seines Putsches, bei dem er und seine Kampfgefährten König Idris I. stürzten, erneut zu Wort: Er wolle sich "niemals ergeben" und "den Kampf fortsetzen".

Foto © ReutersGaddafi droht mit Widerstand östlich von Tripolis
Der abgetauchte libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi gibt sich weiter kämpferisch. Am Donnerstag sagte er in einer Audio-Botschaft, die dem Nachrichtensender Al-Arabiya vorlag, die Stämme in den Städten Sirte (Surt) und Bani Walid östlich von Tripolis würden weiterhin erbitterten Widerstand leisten. Sie seien schwer bewaffnet. Er wolle sich "niemals ergeben" und "den Kampf fortsetzen". Dies kündigte Gaddafi in einer am Donnerstag vom Fernsehsender Arrai in Auszügen verbreiteten Botschaft an.
Die Rebellen, die bis auf Sirte und Sebha alle großen Städte des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben, vermuten, dass sich Gaddafi und sein Sohn Saif al-Islam in Bani Walid aufhalten. Gaddafis Sohn Al-Saadi soll versucht haben, sich mit den Rebellen zu verständigen. Abderrahman Shalgam, ein ehemaliger Weggefährte seines Vaters, der sich schon vor Monaten den Rebellen angeschlossen hatte, nannte das Ansinnen Al-Saadis im Gespräch mit Al-Arabiya "weltfremd". Gaddafi wird derzeit von den Aufständischen in Libyen gesucht, sein Aufenthaltsort ist nicht bekannt.
Selbst wenn Libyen "brennt"
Er sei zu einem "langen Kampf" bereit, selbst wenn Libyen "brennen" sollte, sagte der abgetauchte libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi in einer am Donnerstag vom syrischen Satellitensender Arrai verbreiteten Audiobotschaft. In der Audio-Botschaft, die von arabischen TV-Sendern ausgestrahlt wurde, rief er seine Anhänger auf, "unser Land zu befreien, Tal für Tal, Berg für Berg und Stadt für Stadt".
Die libyschen Stämme seien bewaffnet und in der Lage, die Aufständischen zu besiegen, sagte Gaddafi. Er lehnte entschieden ab aufzugeben. "Wir sind nicht dumm, wir sind nicht feige, wir sind tapfer", sagte er. Dem Westen warf er vor, das libyschen Erdöl stehlen zu wollen.
"Selbst wenn Ihr meine Stimme nicht hören könnt, setzt den Widerstand fort", heißt es in der von dem Gaddafi-nahen Sender ausgestrahlten Audiobotschaft. Diese fiel auf den 42. Jahrestag des unblutigen Putschs vom 1. September 1969, mit dem Gaddafi und seine Kampfgefährten König Idris I. stürzten. Gaddafi wird derzeit von den Aufständischen in Libyen gesucht, sein Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Seit dem Vormarsch der Rebellen hat er sich schon mehrfach in Audiobotschaften zu Wort gemeldet.
Gaddafi, der in der Botschaft über seinen Aufenthaltsort nichts sagt, erwähnt ausdrücklich die "bewaffneten Stämme" in Bani Walid und in seiner Heimatstadt Sirte. Er kündigt einen langen Krieg an. "Geht, greif zu den Waffen und kämpft", sagte Gaddafi.
Der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Abdel Hafis Ghoga, sagte, möglicherweise befinde sich Gaddafi in der Ortschaft Bani Walid südöstlich von Tripolis. Auch Gaddafis Geburtsstadt Sirte gilt als möglicher Aufenthaltsort. Die Küstenstadt wird noch von Gaddafi-Anhängern gehalten.









