Spottgesänge in Tripolis: "Nie wieder Lockenkopf"
Ungeachtet anhaltender Kämpfe in der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Menschen bereits den Sieg über Machthaber Muammar al-Gaddafi gefeiert.

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Zehntausende gingen in der Nacht zum Montag in Benghasi auf die Straßen, stimmten in Hupkonzerte ein oder feuerten Freudenschüsse ab.
Quelle © APA Libyen feiert Ende des Gaddafi-Regimes
Mit Spottgesängen wie "Nie wieder Lockenkopf" in Anspielung auf Gaddafis Haarpracht und "Sie haben Glatze gefasst", als die Festnahme des kahlköpfigen Gaddafi-Sohns Saif al-Islam bekannt wird, machen sie ihrer Verachtung für die Machthaber Luft. Großprojektionen von Konterfeis der Rebellen-Kämpfer werden frenetisch bejubelt, vermischt mit Gebetsrufen der Muezzine. Vom Hafen herauf erklingen die Nebelhörner ankernder Schiffe.
Jubel in den USA
Auch in Washington versammeln sich rund hundert Libyer in der Nacht vor dem Weißen Haus. Unter der Flagge der Rebellen singen sie: "Libyen ist frei, Danke Sarkozy, Danke Obama." Der französische und der US-Präsident hatten sich zu Beginn des Aufstandes in Libyen an die Spitze der internationalen Koalition zur Unterstützung der Rebellen gestellt und den zunächst unter US-, später unter NATO-Führung gestellten Militäreinsatz in Libyen entscheidend vorangetrieben.
"Heute Abend sind wir zum ersten Mal in unserem Leben sehr, sehr stolz darauf, Libyer zu sein", sagt die 33-jährige Rania Swadek, die 1984 mit ihren Geschwistern in den USA politisches Asyl erbat. "Merci Sarkozy, thank you Obama", singt die Menge um sie herum. Auf einem Pappschild steht: "Endlich".









