Tripolis von Rebellen umzingelt
In Libyen sollen die Rebellen an Gelände gewonnen haben. In Tripolis sind Gaddafis Truppen offenbar in Versorgungsnot.

Foto © APARebellen dringen nach Tripolis vor
Die libyschen Rebellen sind in den vergangenen Tagen offenbar im Norden an die Mittelmeerküste und in Richtung Osten vorgestoßen. Dort sollen Regierungstruppen in teilweise großer Hast und unter Zurücklassung ihrer Waffen abgezogen sein. Diese Geländegewinne seien "die wichtigsten der Anti-Gaddafi-Kräfte seit Monaten", sagte NATO-Militärsprecher Roland Lavoie. Auch in der Nähe der umkämpften Städte Misrata und Brega habe es deutliche Erfolge gegeben. Die Hauptstadt Tripolis sei de facto eingeschlossen. "Die Gaddafi-Truppen werden große Probleme haben, sich zu versorgen und weiterhin zu agieren", sagte der kanadische Oberst.
Die strategisch wichtige Küstenstadt Brega soll nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums noch am Sonntagmorgen Ziel einer vom Regime abgeschossenen Scud-Rakete gewesen sein. Es war das erste Mal seit Beginn der internationalen Luftangriffe, dass das libysche Militär solch ein Kurzstreckengeschoss einsetzte, das vermutlich von Sirte, der Heimatstadt Muammar Gaddafis, abgeschossen wurde. Es verfehlte aber sein Ziel um etwa 80 Kilometer und landete in der Wüste. Einem US-Vertreter zufolge wurde niemand verletzt.
Experten schätzen, dass das Regime etwa 240 solcher von der Sowjetunion produzierten Geschosse mit einer Reichweite von 300 Kilometern besessen habe. Die NATO, die den Einsatz als "zutiefst verantwortungslos" verurteilte, hat aber seit Ende März zahlreiche Abschussrampen und Depots zerstört. Daher gilt als unwahrscheinlich, dass die Armee noch viele Scud-Flugkörper auf Lager hat.
Scharfschützen
Die Oppositionszeitung "Qurayna" berichtete, dass am Montag 26 Rebellenkämpfer in Brega getötet wurden. Die meisten von ihnen sollen von Scharfschützen erschossen worden sein. 40 Menschen seien verletzt worden. Informierte Kreise in Tripolis teilten mit, dass sich der Armeekommandeur Masoud Abdulhafiz abgesetzt habe. Gaddafis langjähriger Wegbegleiter halte sich derzeit in Ägypten auf. Sein Name steht auf einer Liste von Personen, gegen die von der EU Sanktionen verhängt wurden.









