Zusammenstöße und Festnahmen in Teheran
Nach Oppositionsangaben sollen bei den friedlichen Protesten mehrere Demonstranten festgenommen worden sein. Die Opposition hatte zum zweiten Jahrestag der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Sonntag zu einem "stillen Protest" aufgerufen.

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In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Rande friedlicher Demonstrationen offenbar erneut zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. Nach Oppositionsangaben sollen mehrere Demonstranten festgenommen worden sein. Augenzeugen berichteten, Angehörige der berüchtigten Bassij-Milizen seien mit Stöcken ausgerüstet gewesen. Die Opposition hatte zum zweiten Jahrestag der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Sonntag zu einem "stillen Protest" aufgerufen. Oppositions-Websites berichteten, viele Menschen seien dem Aufruf gefolgt. Gleichzeitig bezogen zahlreiche Polizisten und Sicherheitskräfte Position, wie es hieß.
Bassij-Miliz "übt" Straßenkämpfe
Erst Mitte Mai haben im Iran tausende Mitglieder der regierungstreuen Bassij-Miliz die Niederschlagung von Protestkundgebungen trainiert. 3000 Milizionäre hätten in Teheran Straßenschlachten "simuliert" und dabei die Erfahrungen mit den Protesten nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Jahr 2009 genutzt, berichtete die der Reformbewegung nahestehende Zeitung "Arman". Dabei habe ein Teil der Milizionäre die Rolle von oppositionellen Demonstranten übernommen, die sich gegen die Bassij-Miliz zur Wehr setzt. Bei dem Test gab es der Zeitung zufolge mehrere Verletzte.
"Verletzlich" gegen "innere Aufwiegelung"
Die islamistische Bassij-Miliz untersteht den Revolutionsgarden (Pasdaran). Der Pasdaran-Kommandant in Teheran, General Hossein Hamedani, erklärte nach Medienberichten bei dem Manöver, dass die iranische Regierung "verletzlich" gegenüber der "inneren Aufwiegelung" bleibe. Der Begriff "Aufwiegelung" wird im Iran regelmäßig mit Blickrichtung auf die reformorientierte Opposition gebraucht. Ihre Proteste wegen Betrugsvorwürfen bei der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 hatten die Islamische Republik in eine der schwersten Krisen ihrer Geschichte gestürzt. Es gab damals Dutzende Tote und tausende Festnahmen. Zahlreiche Oppositionelle wurden in der Folge zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.
Die Freiwilligen-Volksmiliz Bassij wird auf mehrere Millionen Mitglieder geschätzt. Experten zufolge werden ungefähr 100.000 Bassij-Milizionäre regelmäßig für Einsätze zusammen mit Sicherheitskräften und den Pasdaran in der Aufstandsbekämpfung und im Straßenkampf trainiert. Die Pasdaran waren mit Gründung der Islamischen Republik 1979 aus paramilitärischen Einheiten zusammengestellt worden. Sie sollen den Iran gegen Angriffe aus dem In- und Ausland verteidigen. Nach Schätzungen zählt die Elitetruppe 125.000 Mitglieder.









