Wohnviertel in Misrata unter schwerem Beschuss
Augenzeugen berichten über mehr als 30 Tote bei einem Angriff von Regierungssoldaten. Wohnviertel stünden zudem unter schwerem Beschuss.

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In der libyschen Rebellenenklave Misrata (Misurata) sind einem Augenzeugen zufolge am Montag mindestens 30 Menschen durch Angriffe der Regierungssoldaten getötet worden. Wohnviertel würden massiv mit Raketen beschossen, sagte ein Mitarbeiter einer oppositionellen Radiostation dem TV-Sender Al-Arabiya. Rund 60 Menschen seien verletzt worden. Misrata liegt im Westen des nordafrikanischen Landes und wird seit Wochen von den Soldaten des Machthabers Muammar al-Gaddafi belagert. In den Kämpfen kamen Hunderte Menschen ums Leben.
Die NATO hat am Montag indes Luftangriffe auf das Regierungsgelände Gaddafis in der Hauptstadt Tripolis geflogen. Gebäude wurden von mindestens zwei Raketen getroffen und schwer beschädigt. Ein Regierungssprecher in Tripolis sagte, der Angriff werde als versuchte Tötung Gaddafis verstanden. Getroffen wurde unter anderem ein repräsentatives Gebäude, in dem Gaddafi kürzlich eine Delegation der Afrikanischen Union empfangen hatte.
Gaddafis Sohn Saif al-Islam sagte in der Nacht auf Montag während eines Besuches im Studio des libyschen Staatsfernsehens, die NATO-Militäroperation werde scheitern, denn sein Vater sei umgeben von Millionen von Libyern, die ihn schützen. "Der Angriff auf das Büro von Muammar al-Gaddafi im Dunkel der Nacht war feige", fügte er hinzu. Die Verbündeten der NATO in Libyen bezeichnete er als "Handlanger, Agenten und Spione".
Bei den Luftangriffen auf das Areal seien 15 Menschen schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher. Es wurde am frühen Morgen noch nach Vermissten gesucht. Nach lauten Explosionen in Tripolis sei das Programm von drei Fernsehsendern in der Nacht für rund eine halbe Stunde ausgefallen, hieß es bei BBC.







