Libyen: Hundertausende brauchen dringend Hilfe
Die Uno schlägt neuerlich Alarm: Bis zu 1,5 Millionen Menschen brauchen in und außerhalb des Krisengebietes Hilfe. Nachdem die USA ihre Beteiligung am Libyen-Einsatz beendet hat, fliegt die Nato weiterhin Angriffe rund um die umkämpfte Ölstadt Brega.

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Durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Libyen brauchen nach Einschätzung der Vereinten Nationen bis zu 1,5 Millionen Menschen Hilfe. Das teilte das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) am Dienstag in Genf mit. Dazu gehörten auch die über 400.000, die bereits aus dem Land geflohen seien sowie weitere 600.000 Menschen, die in Libyen selbst weiter lebten. Alles in allem werde die Zahl der Hilfsbedürftigen größer, meinte eine Sprecherin.
Flüchtlingsströme halten weiter an
Nach Schätzungen des Uno-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) haben bisher knapp 440.000 Menschen Libyen verlassen und sind in Nachbarländer geflüchtet. In den vergangenen Tagen seien allein täglich rund 2.500 Libyer nach Ägypten geflohen. Auch halte der Zustrom von Nicht-Libyern nach Ägypten und Tunesien an. Nach diesen Zahlen überquerten fast 218.000 Menschen die Grenze nach Tunesien, über 174.000 gingen nach Ägypten.
Brega ist weiterhin heiß umkämpft
Nach dem vorläufigen Ende der US-Beteiligung am Militäreinsatz der Nato in Libyen hat das Bündnis am Dienstag weiter Angriffe auf Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi geflogen. Wie ein Reporter berichtete, griffen Kampfjets die Gaddafi-Truppen am Dienstag etwa 30 Kilometer östlich des umkämpften Ölhafens Brega zwei Kleinlastwagen mit Soldaten an und zerstörten sie. Opfer gab es nicht, die Soldaten auf der offenen Ladefläche der Fahrzeuge konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Die USA hatten sich seit dem 19. März zunächst in einer Koalition mit Frankreich und Großbritannien und dann innerhalb der Nato an Luftangriffen in Libyen zum Schutz von Zivilisten beteiligt. In der Nacht zum Dienstag beendeten die Vereinigten Staaten vorerst wie angekündigt ihre Beteiligung an dem Einsatz. Die Kampfflugzeuge sollen laut US-Verteidigungsministerium aber in erhöhter Bereitschaft für mögliche Nato-Anfragen bleiben.









