Offenbar Kinder bei Luftangriff getötet
Bei Luftangriffen westlicher Staaten auf Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi sind bei einem Ort bei Brega Kinder getötet worden. Die Kampfsituation steuert auf ein militärisches Patt zu.

Foto © Reuters
Am Freitag bereiteten sich die Aufständischen auf den Kampf um Brega vor, nachdem sie die strategisch wichtige Stadt Sirte nicht einnehmen konnten und in den vergangenen zwei Tagen rund 200 Kilometer in den Ostteil des Landes bis Brega zurückgeworfen worden waren. Das Öl-Terminal wurde in den vergangenen Wochen mehrmals von beiden Seiten erobert und wieder verloren. Damit scheint das nordafrikanische Land auf ein militärisches Patt zuzusteuern.
Allerdings gab es Anzeichen dafür, dass die bisher wild zusammengewürfelten Rebellentruppen sich reorganisieren und damit möglicherweise ihre militärische Schlagkraft erhöhen. Die Rebellen erklärten, immer mehr ausgebildete Offiziere würden jetzt an die Front kommen. Zwischen Benghazi, der Hochburg der Rebellen, und der Küstenstadt Ajdabiya wurden Geschütz-Stellungen ausgehoben. Damit werden zum ersten Mal organisierte Verteidigungslinien um die Rebellen-"Hauptstadt" angelegt.
Die Rebellen-Enklave Misrata im von Gaddafi beherrschten Westen des Landes wurde nach Angaben der Aufständischen mit heftigen Artillerie-Feuer belegt. Ein Sprecher der Rebellen berichtete, regierungstreue Soldaten seien in die drittgrößte Stadt des Landes eingedrungen und plünderten Geschäfte und Privatwohnungen.
Kinder bei Nato-Angriff getötet
Zivile Verluste forderten offenbar auch die Luftangriffe westlicher Staaten. Der britische Sender BBC zitierte einen Arzt, demzufolge in einem Ort bei Brega sieben Menschen, vor allem Kinder, beim Angriff auf einen Konvoi der Regierungstruppen getötet wurden. Die Kampfflieger sollen das UNO-Mandat zur Aufrechterhaltung der Flugverbotszone und zum Schutz der Zivilisten durchsetzen. Befürchtet wird, dass der NATO-geführte Einsatz vor allem in der arabischen Welt durch zivile Opfer an Rückhalt verlieren könnte.
Westliche Staaten versuchten nach den Überläufen prominenter Mitglieder der Gaddafi-Regierung diese weiter zu schwächen. Die britische Regierung rief Anhänger Gaddafis auf, dem Beispiel von Außenminister Moussa Koussa zu folgen und die Seiten zu wechseln. Offen blieb weiterhin, ob westliche Staaten bereit sind, die Rebellen mit Waffen zu versorgen. US-Präsident Barack Obama hatte dies nicht ausgeschlossen. Aufständischen fordern eine bessere Ausrüstung, um der Gaddafi-Armee waffentechnisch ebenbürtig zu sein.









