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Zuletzt aktualisiert: 31.03.2011 um 06:51 UhrKommentare

Außenminister geflohen und zurückgetreten

Der libysche Außenminister Moussa Koussa hat sich offenbar nach Großbritannien abgesetzt. Der bisherige enge Vertraute von Machthaber Gaddafi sei am Mittwochabend auf dem Flughafen Farnborough bei London gelandet.

Foto © Reuters

Das berichtete die BBC. Nach Informationen des britischen Außenministeriums ist Koussa bereits vom Amt des Außenministers zurückgetreten. Der 59-Jährige wolle um politisches Asyl ansuchen.

Koussa sei aus eigenem Willen nach London gekommen und wolle nicht länger dem Regime von Gaddafi dienen, da er gegen die Angriffe des Regimes gegen die Zivilbevölkerung gewesen sei. Zum Schutz der Zivilisten fliegt eine seit Mittwoch von der NATO geführte Militärallianz seit Tagen Luftangriffe gegen Ziele in Libyen.

Nach BBC-Informationen wurde Kussa nach seiner Ankunft in Großbritannien vom britischen Geheimdienst befragt. Unklar blieb zunächst, ob der bisherige Chefdiplomat Libyens Hilfe bei dem Flug nach London hatte. Auf dem Flughafen Farnborough landen keine Linienmaschinen. Ein Sprecher der Regierung in Tripolis erklärte, Mussa Kussa sei auf einer "diplomatischen Reise". Er sei nicht geflüchtet.

Koussa war eine zentrale Figur im wichtigen Revolutionskomitee seines Landes. Bei allen wichtigen Verhandlungen der vergangenen Jahre saß der frühere libysche Geheimdienstchef mit am Tisch. Dabei ging es auch um die Verbesserung der Beziehungen Libyens mit dem Westen.

1980 war Kussa Botschafter seines Landes in London. Nachdem er von 1992 bis 1994 Vizeaußenminister war, leitete er von 1994 bis 2009 den libyschen Geheimdienst. Anschließend wurde er Chefdiplomat seines Landes.

Angesichts des Eingreifens der internationalen Militärkoalition in den Konflikt in Libyen hatte Koussa erst in der vergangenen Woche eine "US-französisch-britische Aggression" beklagt und eine Dringlichkeitssitzung des UN-Gremiums beantragt. Ein hochrangiger US-Vertreter bezeichnete den Rücktritt Kussas als "sehr bedeutend"; dies zeige, dass das Umfeld Gaddafis keine Vertrauen mehr in die Stabilität der Führung in Tripolis habe.

Unterdessen berichtete die "New York Times", dass der US-Geheimdienst CIA bereits seit Wochen mit verdeckten Aktionen die Gegner Gaddafis unterstützt. Die Spione kundschafteten dabei mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen.


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