Schweiz will gegen Libyen wegen Entführung vorgehen
Das Schweizer Außenminister hat bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen Libyen wegen der Entführung der beiden Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani eingereicht. Ob die Anzeige weiterverfolgt wird, muss die Regierung entscheiden.

Foto © AP I Anja Niedringhaus
Bereits Anfang März hatte Bundespräsidentin und Außenministerin Micheline Calmy-Rey die Schweizer Justiz aufgerufen, das Gaddafi-Regime für die Entführung von Göldi und Hamdani zur Rechenschaft zu ziehen. Nun ist ihr Ministerium aktiv geworden und hat Anzeige erstattet, wie das Schweizer Radio DRS am Samstag in der Früh meldete.
Die beiden Schweizer Geschäftsleute Göldi und Hamdani wurden während fast zwei Jahren in Libyen festgehalten. Den Hintergrund bildete die vorübergehende Verhaftung von Hannibal al-Gaddafi, eines Sohnes des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, im Juli 2008 in Genf. Dies löste eine schwere diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen aus. Hannibal Gaddafi wurde der Misshandlung von zwei Hausangestellten in einem Genfer Hotel verdächtigt. Im September 2009 wurden Göldi und Hamdani, die zunächst in der Schweizer Botschaft festsaßen, an einen unbekannten Ort verschleppt und dort zwei Monate lang festgehalten. Das Außenministerium in Bern stufte diesen Akt als Entführung ein. Hamdani kam im Februar 2010 Jahres frei, Göldi durfte Libyen erst im Juni des Vorjahres verlassen. Das Gaddafi-Regime kämpft derzeit gegen einen Volksaufstand an.
Der Bundesanwaltschaft (BA) liege eine Strafanzeige des Außenministeriums vor, sagte BA-Sprecherin Jeannette Balmer in der Sendung "Heute Morgen". Die Anzeige richtet sich gegen die libyschen Verantwortlichen für die Entführung, wie es in dem Bericht weiter heißt. Wer genau damit gemeint ist, ist unklar. Für die Verfolgung sogenannter politischer Straftaten brauche es die Ermächtigung des Bundesrates, sagte Balmer in der Sendung weiter. Die Bundesanwaltschaft habe bei der Regierung einen entsprechenden Antrag gestellt.









