Grüne verloren ihr Mandat, ÖVP liefen die Wähler davon
Sepp Brugger aus Matrei ist nicht mehr im Landtag. Erdrutsch für ÖVP, die unter 50 Prozent absackte. Köll zitterte bis zum Schluss um Mandat.

Foto © RuggenthalerGequältes Lächeln bei der ÖVP. Elisabeth Greiderer, Andreas Köll, Brigitta Kashofer, Silvester Wolsegger, Elisabeth Mattersberger, Verena Wolf (von links)
Lange Gesichter und bittere Enttäuschung: Die Emotionen gingen gestern bei den Osttiroler Spitzenkandidaten von ÖVP und Grünen hoch.
Tiefpunkt. Der Verlierer des Tages war ohne Zweifel die ÖVP. Dort krachte es im Gebälk. Sie fiel unter die magische 50-Prozent-Marke. Ein Tief, das sich vor der Wahl kaum jemand vorzustellen wagte. Ein Minus, das mit 13,62 Prozent noch um einiges größer war, als jenes der Landes-ÖVP.
Grüne. Entsprechend ernüchtert reagierten die "Grauen Eminenzen" wie Hubert Huber und Helga Machne, die beide schon vor der ersten Hochrechnung die Parteizentrale verließen. Gelassenheit demonstrierte hingegen Bezirkparteichef und Spitzenkandidat Andreas Köll, was das schlechte Osttirol-Ergebnis anbelangte. "Unser Wahlziel wurde erreicht und insgesamt hat das bürgerliche Lager deutlich dazugewonnen. Von vorne herein war klar, dass wir nur mehr ein Mandat machen." Und um dieses Mandat zitterte Köll bis zur Auszählung aller Gemeinden. Doch dann stand fest: Sein Herausforderer Josef Mair vom ÖVP-Bauernbund war ihm im Wettlauf um den Landtagssitz weit unterlegen. Schon am Nachmittag war für den Matreier Sepp Brugger, der für die Grünen im Landtag saß, klar - sein Mandat ist in Anbetracht der Verluste weg. "Ich weiß nicht, warum das passiert ist", sagte er geknickt. Mit einem blauen Auge davongekommen ist die SPÖ. Das Mandat von Elisabeth Blanik ist sicher.
Features
Roter Absturz
Bürgermeister Dietmar Zant (SPÖ) verlor in Leisach, in der einzigen roten Gemeinde Osttirols, 20,12 Prozent der Stimmen gegenüber der Landtagswahl 2003.
Vier Verlierer
In Ainet verloren alle "großen" Parteien: ÖVP (minus 18,24 Prozent), SPÖ (4,56 Prozent), FPÖ (2,24 Prozent), Grüne (0,91 Prozent). Nur die Liste Fritz (plus 17,99 Prozent) und "Die Christen" (7,32 Prozent) legten zu.
Schwarzes Desaster
Ihre mit Abstand größte Schlappe erlitt die ÖVP in den Deferegger Gemeinden St. Jakob (minus 42,87 Prozent) und in St. Veit (minus 39,73 Prozent).
Tiefrote Nullnummer
Keine einzige Stimmen erhielten die Kommunisten in den Gemeinden Lavant, Thurn, Innervillgraten, Hopfgarten und Kals.
Christen Punkteten
Neben Lienz (77 Stimmen) holten sich "Die Christen" die meisten Stimmen in Matrei (41), Nußdorf-Debant (31) und Ainet (35).





