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Zuletzt aktualisiert: 08.06.2008 um 18:36 UhrKommentare

Salzburgs Politiker vom Tiroler Wahlergebnis überrascht

Das schlechte Abschneiden der Großparteien und der Triumph Dinkhausers lösen Debatten aus - auch in anderen Bundesländern.

Gabi Burgstaller

Foto © ReutersGabi Burgstaller

Das Ausmaß des Sieges von ÖVP-Rebell Fritz Dinkhauser hat alle Salzburger Landeschefs überrascht. Es sei ein Protestsignal an die beiden Großparteien und zeige, dass der Wähler mit den beiden Großparteien nicht zufrieden wäre. Das ist unisono die Reaktion von LH Gabi Burgstaller (S), LHStv. Wilfried Hauslauer (VP), FP-Landesparteiobmann Karl Schnell und Cyriak Schwaighofer von den Grünen am Sonntag.

Politisches Erdbeben. Angesichts der historischen Veränderungen in der politischen Landschaft Tirols sei es durchaus berechtigt, von einem politischen Erdbeben zu sprechen, sagte die Landeshauptfrau. "Der Landtagswahlkampf war eine Abstimmung über die Zukunft der Tiroler Volkspartei. Der frühere AK-Präsident Fritz Dinkhauser wird mit einem überraschend deutlichen Wahlerfolg diese Zukunft wesentlich mitbestimmen", sagte Burgstaller. Dinkhauser habe mit seinem Antreten die politische Landschaft Tirols wesentlich verändert, so Burgstaller.

"Schmerzliches Ergebnis". Für die Tiroler SP bedeute der Verlust von Platz 2 ein "schmerzliches Ergebnis, da gibt es nichts zu deuten. Die Ausgangslage für die Tiroler SPÖ war nicht leicht: Auf der einen Seite eine ums politische Überleben kämpfende Volkspartei, auf der anderen Seite mit Fritz Dinkhauser ein Kandidat, der für viele Tirolerinnen und Tiroler offenbar eine glaubwürdige Alternative nach 60 Jahren ÖVP-Dominanz darstellt", sagte die Salzburger SP-Chefin. Zu seiner Glaubwürdigkeit dürfte nicht zuletzt seine Herkunft aus der Arbeiterkammer beigetragen haben. Auch die kontrovers diskutierten Reformvorhaben auf Bundesebene dürften keine echte Unterstützung für die Sozialdemokraten in Tirol gewesen sein.

Protest gegen Parteien. Das überraschend hohe Ausmaß des Sieges sei ein Protestsignal an die Parteien. "Die Menschen verleihen ihre Unmut Ausdruck, indem sie den Politikern bei den Wahlen die 'gelbe Karte' zeigen", meinte Haslauer. Der Erfolg von Dinkhauser habe bewiesen, dass die Wähler den etablierten Großparteien mitgeteilt hätten: "Wir zeigen es Euch". Das Wahlergebnis in Tirol sei auch die Antwort darauf, "wenn eine Partei nicht geschlossen ist". Die SPÖ habe in Tirol "sicher keinen Rückenwind von der Bundes-SPÖ aus bekommen", ist der Salzburger VP-Landesparteiobmann überzeugt. Die ÖVP sei nach wie vor die stärkste Partei und sollte auch den Landeshauptmann stellen, unterstrich Haslauer.

FPÖ erfreut. Der "schöne Erfolg in Tirol zeigt, dass die FPÖ wieder stärker nach oben steigt". Dinkhauser und die FPÖ würden ansprechen, "was die Leute bedrückt und was sie wollen", so Schnell. Das Wahlergebnis spiegle auch die Unzufriedenheit mit den beiden Großparteien wider und dass die Grünen ihren Zenit erreicht hätten, so der Salzburger FP-Landesparteiobmann. Die Bundesregierung würde mit "Null-Hausverstand auf die Probleme der Menschen eingehen und darauf reagieren". Das wäre schon früher so gewesen, wenn die Freiheitlichen stark zugelegt hätten.

"Leute laufen davon". "Es ist sensationell, dass jemand aus dem Stand 19 Prozent erzielt", stellte Schwaighofer fest. Von der Parteipolitik werde immer weniger geboten, deshalb "laufen die Leute davon. Das Wahlergebnis ist ein Zeichen der Politikverdrossenheit". Die Grünen seien in Tirol Opfer eines Zweikampfes, "da sind immer die kleineren die Leidtragenden, denn in Tirol haben die Grünen gut gearbeitet". Den radikalen Absturz der SPÖ begründet Schwaighofer damit, dass die Sozialdemokraten in Tirol zu wenig Profil gezeigt hätten "und die Bundespolitik durchgeschlagen hat".


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