Van Staa rief zu Mäßigung im Wahlkampf auf
"Ich werde mir nicht mehr alles gefallen lassen", so der amtierende Landeshauptmann.
Der raue Ton in der Wahlkampfauseinandersetzung
im Vorfeld der Tiroler Landtagswahlen am 8. Juni hat den amtierenden
Landeshauptmann Herwig van Staa (V) am Freitag zu einem Ordnungsruf
veranlasst. Er sei von der Wahlkampfführung seiner Mitbewerber
enttäuscht. Van Staa kritisierte vor allem die "Angriffe" auf seine
Familie. "Ich werde mir nicht mehr alles gefallen lassen", sagte der
Tiroler VP-Chef auf einer Pressekonferenz.
Unwahre Anschuldigungen.
Die Anschuldigungen gegen seine Familie seien "allesamt unwahr".
Der ehemalige AK-Präsident und VP-Mitglied Fritz Dinkhauser hatte
die Anschuldigung erhoben, dass Van Staas Sohn über den
Landeskulturfond billigen Baugrund gekauft habe. Dinkhauser tritt mit
einer eigenen Liste an. Sein Sohn habe in Mieming eine Landwirtschaft
erworben und dafür die selben Darlehen und Zuschüsse erhalten, wie
jeder andere auch, gab Van Staa an.
Gespräche mit allen Parteien.
Durch diese Untergriffe werde die notwendige Zusammenarbeit nach
der Wahl erschwert meinte Van Staa. Er werde nach der Wahl dennoch
mit allen Parteien Gespräche führen. "Wenn wir überhaupt
Regierungsverantwortung übernehmen können", sagte Van Staa. Er warnte
vor einer möglichen Koalition zwischen SPÖ, den Grünen und der Liste
Fritz Dinkhauser. "Wenn sie alle ihre Versprechungen umsetzen, führen
sie das Land in wenigen Jahren in den Bankrott", meinte er.
Koalition ausgemacht.
Die Koalition zwischen SPÖ, den Grünen und der Liste Fritz
Dinkhauser sei schon längst ausgemacht. Die ÖVP mache im Gegensatz
dazu keine Koalitionsaussagen. "Wir treten eigenständig zur Wahl an",
betonte VP-Hauptgeschäftsführer Johannes Rauch.





