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Zuletzt aktualisiert: 17.05.2008 um 00:36 UhrKommentare

Zwei polternde Alte zerreißen Tirols ÖVP

Nach Salzburg und der Steiemark droht die ÖVP auch Tirol zu verlieren. Wieder ist es ein internes Match, das die einstige 60-Prozent-Partei zu zerreißen droht.

Landeshauptmann Herwig van Staa

Foto © APALandeshauptmann Herwig van Staa

Drei Wochen vor der Landtagswahl steht in Tirol die Zeichen auf Veränderung. Nicht nur, dass die ÖVP ihre absolute Mehrheit sicher verlieren wird, könnte erstmals seit 1945 nicht ihr Spitzenkandidat Landeshauptmann werden.

Nur ein Ziel vor Augen. Aber es ist kein parteipolitischer Gegner, der der ÖVP und Landeshauptmann Herwig van Staa zusetzt, sondern ein Mann aus den eigenen Reihen. Mit Fritz Dinkhauser, dem wortgewaltigen langjährigen Präsidenten der Tiroler Arbeiterkammer, hat ein Mann den Fehdehandschuh geworfen, der vor allem das Ziel hat, van Staa oder einen anderen Bauernbündler als Landeshauptmann zu verhindern. Ein Ziel, das für ihn und seine Bürgerliste nach den Umfragen durchaus erreichbar scheint. Denn ab 15 Prozent der Stimmen könnte die Bürgerliste gemeinsam mit SPÖ und Grünen auf eine Mehrheit im Landtag kommen. Oder aber sie könnte - nach einem Rücktritt van Staas - in einer Koalition mit der "Mutterpartei" einen VP-Arbeitnehmer zum Landeshauptmann wählen. Dann könnte die Stunde von Innenminister Günther Platter schlagen. Ein Szenario, das van Staa bekannt vorkommen müsste, hat er doch selbst vor 14 Jahren auf diese Art und Weise den Bürgermeistersessel in Innsbruck erobert.

66 und 68 Jahre. Der Wahlkampf gerät zunehmen zu einer persönlichen Auseinandersetzung zwischen zwei alternden und polternden VP-Granden, von denen der 68-jährige Dinkhauser nur das Ziel hat, den um zwei Jahre jüngeren van Staa als Landeshauptmann zu verhindern. Da sind verbale Untergriffe auf Kosten der eigenen Partei schnell einmal zur Hand. Einmal läßt Dinkhauser der ÖVP ausrichten, dass sie "die Hosen voll hat", dann spricht der Landeshauptmann von "einem unerträglichen Klassenkampf Dinkhausers gegen die Bauern". Worauf dieser wieder erklärt, er sei "einer der größten Bauernfreunde des Landes", aber diese seien Abhängige der Genossenschaften und des Bauernbundes und müßten "wieder befreit werden". Und um es der ÖVP besonders schwer zu machen, gegen ihn in Position zu gehen, erklärt der Rebell immer, er wäre gar nicht angetreten, wenn die ÖVP mit einem anderen Spitzenkandidaten ins Rennen gegangen wäre. Eine Aussage, die bei van Staa nur Erbitterung auslösen kann, sieht sich doch der Schwiegersohn des legendären Eduard Wallnöfer als eine Art legitimer Nachfolger.

JOHANNES WIESER

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Herausforderer Fritz DinkhauserFoto © AP

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