SP Kärnten versinkt im Chaos
Helmut Manzenreiter, Favorit für Nachfolge von Parteichef Rohr, muss aufgeben. Jetzt schon drei Kandidaten im Rennen und ein vierter zeigt Interesse.

Foto © KLZ/WeichselbraunEin Schiunfall und die rechte Schulter warfen den Villach Bürgermeister Helmut Manzenreiter aus dem Rennen um den Kärntner SP-Vorsitz
E ine nahezu symbolhafte Entwicklung! Als wäre die Last, die er auf seine Schultern geladen hat, zu schwer - Helmut Manzenreiter, Bürgermeister von Villach und Favorit für die Funktion des Kärntner SPÖ-Chefs, muss wegen einer Schulterverletzung aufgeben. Seit einem Schiunfall Mitte Februar hat er elf Schrauben und eine Platte in seiner Schulter, ist bis Ende März in stationärer Rehabilitation und hat danach eine langwierige Genesungsphase vor sich. "Es tut mir sehr leid", sagte er gestern und zog seine Kandidatur zurück. Die Verletzung sei "ein zu großes Handicap, um so loslegen zu können, wie es notwendig ist". Der Parteitag für die Wahl eines Nachfolgers des Verlierers der letzten Landtagswahl, Reinhart Rohr, findet am 27. März statt. Manzenreiter hatte die Ablöse Rohrs betrieben und auf den Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried gesetzt. Als dieser absagte, ging der Villacher Stadtchef selbst ins Rennen.
Auf Oppositionskurs
Sieben der neun Bezirksorganisationen hatten Manzenreiter unterstützt. Gesundheitslandesrat Peter Kaiser galt als Außenseiter. Seit gestern ist wieder alles offen und das Chaos perfekt. Nach Manzenreiters Rückzug meldeten Klubobmann Herwig Seiser und Leopold Sever, der als Spitzenkandidat des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes gerade die Kammerwahl mit geringfügigen Verlusten geschlagen hat, ihre Kandidatur an.
"Weil ich der Beste bin", begründet Sever sein Antreten. Er will Ruhe in die Partei bringen und in die Landesregierung einziehen. Kaiser und Seiser sehen sich als Übergangsparteichefs, wollen für die nächste Landtagswahl im Jahr 2014 einen Spitzenkandidaten aufbauen und einen klaren Oppositionskurs gegen die FPK/ÖVP-Koalition einschlagen. Rohr war zum Verhängnis geworden, dass er aus dem Chaos, das Jörg Haider und seine Partei in Kärnten angerichtet haben, keinen Profit für die SPÖ schlagen konnte.
Bei den drei Kandidaten dürfte es nicht bleiben. Der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer, der sich als Kandidat wegen Kritik von Manzenreiter an seiner Person zurückgezogen hatte, zeigt jetzt wieder Interesse - auch als Spitzen- und Landeshauptmannkandidat.
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Klubchef Herwig SeiserFoto © Eggenberger
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Landesreat Peter KaiserFoto © APA
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Wirtschaftsvertreter Leopold SeverFoto © Eggenberger
Die Kandidaten
Helmut Manzenreiter, 63 Jahre, Bürgermeister, Ex-Lokführer.
Peter Kaiser, 51, Landesrat, Chef des Jugendherbergsverbandes.
Herwig Seiser, 49, Klubobmann, Landesbediensteter.
Leopold Sever, 62, Gastronom, Direktor einer Berufsschule.













