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Zuletzt aktualisiert: 05.04.2009 um 17:02 UhrKommentare

Schülerunion droht, Schmied will verhandeln

Die Schülerunion stellt ein "Ultimatum" und will bei dem PISA-Boykott mitmachen.

Foto © APA

Die VP-nahe Schülerunion will bei dem laut Medienberichten von der Lehrer-Gewerkschaft geplanten Boykott der nächsten PISA-Testrunde mitziehen, sollte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) nicht auf ihr am Sonntag via Aussendung gestelltes "Ultimatum" reagieren. Gefordert werden darin u.a. "Maßnahmen zur innerschulischen Qualitätssicherung und -verbesserung statt Feilschen um Schulstunden". Aus dem Unterrichtsministerium hieß es gegenüber der APA, man sei trotz der Drohungen "natürlich verhandlungsbereit", auch wenn das Vorgehen von Gewerkschaft und Schülerunion "sicher kein guter Stil" sei.

Fakten

Auch Österreichs Bundesschulsprecher Nico Marchetti unterstützt laut Aussendung diese Maßnahme: "Dieser Boykott ist treffsicherer als jede andere Streikmaßnahme."

Keine zentrale Matura. Schülerunion-Bundesobmann Matthias Hansy fordert neben Maßnahmen zur Qualitätssicherung einen dezitierten Verzicht auf eine zentrale Matura sowie die "Einführung von mitbestimmenden Schulpartnergremien (Eltern, Lehrer, Schüler) auf Bundes- und Landesebene". Sollte die Ministerin bis zum 15. April auf die Forderungen nicht reagieren, "sehen wir uns gezwungen, den Boykott durchzuziehen", so Hansy. Niemand könne die 5.000 ausgewählten Schülerinnen und Schüler zu diesem Test zwingen, da die Teilnahme an diesem auf bloßer Freiwilligkeit beruhe.

Schmied will verhandeln. Der Sprecher von Schmied, Nikolaus Pelinka, betonte am Sonntag gegenüber der APA, man wolle weiterhin eine Verhandlungslösung. "Boykottaufrufe und Streikdrohungen von Seiten der Lehrerschaft sind völlig kontraproduktiv und völlig unangebracht". Zur Ankündigung von Schülerunion und Gewerkschaft meinte er, hier seien "offensichtlich einige parteipolitische motivierte Aktionen am Laufen". Bis zum 14. April (der nächste geplante Verhandlungstermin) seien jetzt die Arbeitsgruppen gefordert, Kompromisse auszuarbeiten.

"Reform muss weitergehen". "Es ist ja nicht so, dass wir da nicht schon sehr viele Vorschläge gemacht hätten", verwies Pelinka auf die von Schmied gemachten Kompromissvorschläge - etwa die Ausdehnung der Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden nur befristet einzuführen oder nur um eine Stunde zu erweitern und den Rest über Zulagenkürzungen hereinzubringen. "Wir sind voll und ganz kompromissbereit unter einer Bedingung: Die Schulreform muss weitergehen" - sprich: Der Finanzbedarf (2009: 180 Mio. Euro, 2010: 345 Mio. Euro) müsse abgedeckt sein. "Wie wir dorthin kommen ist Verhandlungssache, keine Maßnahme ist in Stein gemeißelt", so Pelinka.

Kritik an dem offensichtlich von der Gewerkschaft geplanten PISA-Boykott kam vom Grünen Bildungssprecher Harald Walser. "Wer soll dadurch beeindruckt werden?", fragte er am Sonntag via Aussendung. Kampf- und Protestmaßnahmen seien zwar verständlich, er fordere aber eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Der Startschuss zu dem von der Lehrer-Gewerkschafter offensichtlich geplanten Boykott der nächsten PISA-Testrunde soll laut Medienberichten nach Ostern fallen. Demnach gebe es ein entsprechendes Mail von Jürgen Rainer, Chef der Lehrergewerkschafter für die Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen, an die Lehrer.


Schmieds Reaktion

Die Pisa-Tests als wichtigster Indikator dafür, wie unser Bildungssystem funktioniert, würden mit Sicherheit stattfinden. Ebenso wie die nächste Verhandlungsrunde am 14. April. Für sie sei immer noch eine gemeinsame Lösung das Ziel.

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