Nach Demo müssen Schüler putzen
Rund 1800 Kärntner Schüler beteiligten sich an Demonstration gegen Änderung der Lehrer-Arbeitszeit. Ihnen drohen Fehlstunden.

Foto © APA/ EggenbergerIn Klagenfurt streikten 2000 Jugendliche
In Klagenfurt und Villach stiegen gestern die Oberstufen-Schüler auf die Barrikaden. Mit Transparenten, Trillerpfeifen und Parolen wie "Wir nehmen unsere Bildung ernst" versuchten sich 800 Jugendliche auf dem Neuen Platz in Klagenfurt sowie rund 1000 dem Hauptplatz in Villach Gehör zu verschaffen.
Diskussionen.
"Junge Lehrer können nicht eingestellt werden, wenn die Regelung der Zwei-Mehrstunden durchgesetzt wird", fürchtet David Pirker (16) von der HTL-Mössingerstraße in Klagenfurt. Sein gleichaltriger Kollege, David Koschier, mischt sich in das Gespräch ein, während im Hintergrund andere Schüler Parolen in die Megaphone rufen. "Wir dürfen zwar wählen, aber wenn es um die Bildung geht, dann wird über unsere Köpfe entschieden", fügt sein Kollege David Koschier von der HTL Lastenstraße hinzu.
Organisator: "Bildungssystem zerrüttet."
"Die von Ministerin Claudia Schmied geplanten Maßnahmen wären ein gravierender Einschnitt in unser ohnehin zerrüttetes Bildungssystem", sagt der Organisator der Demonstration und Landesobmann der Kärntner Schülerunion Dominik Pirker.
Putzdienst.
Die Direktoren haben allerdings weniger Verständnis für die Demonstration: Schüler, die sich vom Unterricht abgemeldet haben, müssen mit einem Eintrag für unentschuldigte Fehlstunden rechnen. In einigen Schulen wurde den Schülern angeblich gesagt, dass sie sich mit dem Gang zur Demo für einen Putzdienst in den Klassen der Schulen angemeldet hätten.
Friedlich.
Nicht alle Schüler zeigten sich gut über die Reformpläne informiert. "Ich halte nur ein Plakat", sagte ein Schüler. Aber jedenfalls lief alles friedlich ab. Auch die Polizei war mit dem Verhalten der Demonstranten zufrieden. "Nur einer stieg auf dem Lindwurm-Denkmal über den Zaun. Er wurde herunter gebeten", sagt Polizei-Jurist Walter Fischer.
Features
Fotoserie
Zum Thema
Foto

Schüler-Demo in KlagenfurtFoto © APA/ Eggenberger















