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Zuletzt aktualisiert: 31.07.2012 um 14:50 UhrKommentare

Stammtisch 2.0: Kärntens Mobilmachung im Internet

Seit den Enthüllungen in Kärnten wird man auf Facebook mit satirischen Meldungen und Bildern überhäuft. Fleißig wird die Politik im Süden Österreichs kommentiert. Nur auf den Seiten der Hauptakteure herrschen Eintracht und Frieden. Eine Analyse von Roman Huber

Foto © FB, KK

Kaum ein Thema bewegt die Österreicher derzeit mehr als die Korruptionsskandale in Kärnten. Vor zehn Jahren wäre Ähnliches nur am Stammtisch diskutiert worden. Die sozialen Medien haben das geändert. Heute kann jeder öffentlich seine Meinung kundtun und viele machen das auch. Auf Facebook gibt es Gruppen, die offen gegen Parteien und Politiker Stimmung machen.

Während noch vor einem Jahr Bundeskanzler Werner Faymann durch den Social-Media-Kakao gezogen wurde, wird heute gegen Uwe Scheuch und die FPK mobil gemacht. Auf Facebook sind es vor allem zwei Gruppen, die lautstark für Neuwahlen in Kärnten eintreten: "Kärnten darf nicht Nordkorea werden" und "Blutgruppe HC Negativ" – auch wenn Letztere sich eigentlich gegen die Bundes-FPÖ richtet. Vor allem satirische Bilder werden auf den Seiten geteilt und erhalten viele "Gefällt mir" und Kommentare. Auch Aufrufe zu Demos werden meist auf diesem Weg verbreitet.

Zulauf bei kritischen Seiten

"Kärnten darf nicht Nordkorea werden" ist mit über 3400 Fans die größte regierungskritische Seite in Kärnten. Hinter der Seite steht laut den Kontaktangaben die Sozialistische Junge Generation Spitalberg. Der Name ist ein Seitenhieb auf eine FPÖ-Werbekampagne bei der Wahl zum Wiener Gemeinderat im Jahr 1996. Dort warnte die damals noch geeinte Partei "Wien darf nicht Chicago werden". Daneben existieren etliche Gruppen und Seiten, die ähnliche Inhalte teilen. Auch die Oppositionsparteien machen auf ihren offiziellen Facebook-Seiten Stimmung gegen die FPK und Uwe Scheuch. Er selbst ist auch auf den Social-Media-Zug aufgesprungen, ähnlich seinem politischen Partner Heinz Christian Strache. Wie der FPÖ-Obmann hat auch der FPK-Chef eine eigene Facebook-Seite und dokumentiert dort sein politisches Wirken. Auch wenn er mit fast 6000 Fans die Nase vorne hat, ist die Aktivität seiner Fans deutlich geringer als die seiner Gegner.

Der Grund ist einfach zu erkennen: Während auf der Seite von H. C. Strache auch immer wieder politische Anfeindungen zugelassen werden, ist auf jener von Uwe Scheuch alles eitel wonne. Kein Wort der Kritik und bei den wenigen Kommentaren geht es um Kirchtage und Bergromantik. Es ist Vorsicht geboten, denn die Idylle kann mit der Realität meist nicht mithalten.

ROMAN HUBER

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