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    Zuletzt aktualisiert: 24.06.2012 um 16:10 UhrKommentare

    Die Frau, die Uwe Scheuch den Prozess macht

    "Part of the game": Michaela Sanin (45) wird ab Montag, dem 25. Juni, über den Kärntner Landeshauptmannstellvertreter Uwe Scheuch (FPK) zu Gericht sitzen. Ein Porträt der Richterin.

    Richterin Michaela Sanin macht Uwe Scheuch den Prozess

    Foto © PrivatRichterin Michaela Sanin macht Uwe Scheuch den Prozess

    Verantwortung zu übernehmen ist Michaela Sanin (45) gewohnt - im Beruf als Richterin wie auch privat. Erst kürzlich hat die Juristin den Dalai Lama als Sicherheitsbeauftragte quer durch Österreich begleitet - und das ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Beruflich steht ihr die größte Herausforderung noch bevor. Ab Montag wird der unter Korruptionsverdacht stehende FPK-Parteichef Uwe Scheuch vor ihr auf der Anklagebank des Landesgerichtes Klagenfurt Platz nehmen.

    Sanin muss den "part of the game"-Prozess von Neuem aufrollen. Die von Richterkollegen Christian Liebhauser-Karl gegen Scheuch verhängte 18-monatige teilbedingte Haftstrafe war vom Oberlandesgericht Graz wegen eines Verstoßes gegen das "Überraschungsverbot" aufgehoben worden. Böse Überraschungen sind bei Sanin aber weniger zu erwarten: Die 1966 in Bruck an der Mur geborene Juristin gilt am Landesgericht Klagenfurt als "Vorzeigerichterin". Alle Beurteilungen während ihrer Richterlaufbahn lauten auf "ausgezeichnet", zudem verfügt sie über eine ganze Reihe von Zusatzqualifikationen - von der Mediatorin bis zur Fastentrainerin.

    Sanin ist nicht die einzige Richterin in ihrer Familie. Der Ende 2010 als Präsident des Oberlandesgerichtes Graz in den Ruhestand getretene Heinz Wietrzyk ist ihr Onkel. Die Richterin führte bis 2008 auch den Nachnamen ihres Onkels, nahm aber dann den Namen ihrer Großmutter - Sanin - an.

    Charakterlich gilt die Juristin als zurückhaltend, großer Rummel ist ihre Sache nicht. Anders als einigen Standeskollegen ist ihr das obligatorische Blitzlichtgewitter der Kameras vor Beginn von Großprozessen sichtlich zuwider. Ihre Auftritte in den Verhandlungssälen kommen keiner Inszenierung gleich. Fotografen und Kameraleute werden von ihr rasch und bestimmt zur Tür hinausgebeten. Dabei hat Sanin schon einige spektakuläre Prozesse hinter sich gebracht. Als blutjunge Richterin saß sie in jenem Senat, der den inzwischen verstorbenen Kinderarzt Franz Wurst wegen Bestimmung zum Mord sowie sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 17 Jahren Haft verurteilte. Einen Kärntner Primararzt, der landesgesetzlich verbotene Sonderhonorare kassiert hatte, verurteilte Sanin zu 18 Monaten bedingter Haft. Aber auch Freisprüche gehen auf das Konto der 45-Jährigen: So wurden im Fall des vermutlich gelegten Brandes in einem Klagenfurter Asylheim der Flüchtlingsreferent des Landes Kärnten und den Betreiber des Heimes vom Vorwurf der fahrlässigen Gemeingefährdung von Sanin im Zweifel freigesprochen. Bei dem Brand im Jahr 2008 war ein Toter zu beklagen gewesen.

    Privat hat die Richterin eine Vorliebe für klassische Musik. Entsprechende Klänge dringen regelmäßig aus ihrem Büro am Landesgericht. Zur Entspannung zieht sich Sanin gerne auf ihre Almhütte in den Hohen Tauern zurück. Bei längeren Urlauben zieht es sie in die weite Ferne. Im westlichen Tibet - in der Heimat des von ihr kürzlich beschützten Dalai Lama - hat sie etwa schon den heiligen Berg der Tibeter, den 6714 Meter hohen Kailash, umrundet.


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    Foto © AP

    Wieder auf der Anklagebank: Uwe Scheuch Foto © AP

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