Scheuch im Facebook-Schussfeld
Bilanz über Online-Protest gegen FPK-Chef: Initiativen wie "Wir fordern den Rücktritt von Uwe Scheuch!"-Gruppen auf der Internetplattform Facebook sprechen eine eindeutige Sprache.

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"Wir fordern den Rücktritt von Uwe Scheuch!" Diese Initiative im sozialen Netzwerk Facebook zeigt, dass die Zeiten, in denen nur Politik und Medien Meinungsbildung betreiben konnten, vorbei sind. Zum Leidwesen des nicht rechtskräftig verurteilten Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreters Uwe Scheuch.
Ins Leben gerufen wurde der Protest von der Sozialistischen Jugend Spitalberg, welche seit längerer Zeit online gegen die FPK-geführte Landesregierung kampagnisiert. Nicht parteiorientiert dürfte hingegen der Großteil der rund 12.500 Befürworter der aktuellen Initiative agieren. Sie kamen der Aufforderung nach, bis gestern Abend Position zum Scheuch-Urteil zu beziehen. "Missstände beenden, Rücktritt, Neuwahlen", lauteten die meisten Kommentare.
Die FPK reagierte erstaunlicherweise nicht auf den Proteststurm, Gegeninitiativen privater Nutzer blieben ohne Erfolg. Lediglich einzelne User versuchten, den Online-Protest mit teils rechtswidrigen Beschimpfungen, wie "Linksnazis" oder "neofaschistische Spinner" zu stören. Die Zurückhaltung der FPÖ überrascht, ist doch Heinz-Christian Strache führend in der Eigen-PR über Facebook. Mit 104.000 Anhängern ist er dem zweitpopulärsten Politiker, Bundespräsident Fischer, um rund 80.000 Fans voraus.
Unabhängig vom endgültigen Ausgang des Scheuch-Verfahrens ist das Urteil im Web 2.0 eindeutig: Er soll zurücktreten. Der Online-Protest zeigt, dass politische Agitation im Internet nicht nur in Wahlkampfzeiten Bedeutung hat. Die Politik wird sich darauf einstellen müssen. ALEXANDER LOGAR












