Anti-Scheuch-Shirt: Träger wird angezeigt
Polizei steht hinter dem Kollegen, der den T-Shirt-Träger verhaftete. Dieser wird wegen Ordnungsstörung angezeigt und sagt: "Anders als Uwe werde ich das Urteil zur Kenntnis nehmen."

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Seit Montag früh neun Uhr sind Österreichs Medien hinter Wolfgang Schneider her. Sie wollen wissen, was die Kleine Zeitung exklusiv berichtet hat: Wie und warum er mit einem selbst gemachten Anti-Scheuch-Hemd nach dem Villacher Kirchtagsumzug verhaftet wurde.
Samstagabend hatte sich Schneider (44) in einem T-Shirt mit der Aufschrift: "Uwe geh in Häfn! That's part of the game" in - blaue Herzen verteilende - FPK-ler eingereiht. Die traten ihm in die Beine, wollten das T-Shirt zerreißen und riefen einen Polizisten. Der forderte Schneider auf, den Zug zu verlassen, der wollte nicht, wurde vom Polizisten herausgezerrt, wegen Ordnungsstörung verhaftet und in Handschellen abgeführt.
Aufschrift spielte keine Rolle
Dabei sei er misshandelt worden, sagt Schneider und verweist auf Hautabschürfungen an Bizeps und Handgelenk. Polizeisprecher Rainer Dionisio verteidigt seinen Kollegen: "Der Verhaftete ist mehreren Aufforderungen zum Verlassen des Umzugs nicht nachgekommen. Außerdem hat er sich nicht ausgewiesen. Der Beamte konnte nicht anders handeln." Das Anti-Scheuch-Hemd habe keine Rolle gespielt. Wohl deshalb ist im Protokoll nur von einem "weißen T-Shirt" die Rede. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft den Fall.
Eines steht schon fest: Schneider wird wegen Paragraf 81 Sicherheitspolizeigesetz angezeigt. "Ich weiß noch nicht, ob ich zahle oder einen Prozess eingehe. Das bespreche ich mit einem Anwalt." Süffisanter Nachsatz: "Im Gegensatz zu Uwe werde ich das Urteil zur Kenntnis nehmen." Er ist auch "nicht grantig" auf den Polizisten: "Das war schon eine stressige Situation." Viel schlimmer fand er die Reaktion vieler Umstehenden, die Schmerzen und demütigendes Abführen als passende Strafe für Scheuch-Kritik anzusehen schienen.
Seine "Spaßaktionen" lässt er sich nicht nehmen: "Ich hoffe, dass im nächsten Jahr mehr Leute solche T-Shirts tragen." Die würde er auch selber herstellen.
"Keine politische Dimension"
Polizeisprecher Dionisio sieht in dem Fall keine politische Dimension. Die Politiker schon! "Schweinerei!", schimpft Villach-Vize und Kirchtag-Obmann Richard Pfeiler (SP). "Die FPK nimmt in Kauf, den Kirchtag zu zerstören. Wenn alle Parteien da aufmarschieren würden, wäre es kein Brauchtumsfest mehr."
Schneider kann froh sein, dass H.-C. Strache in Villach juridisch-polizeilich nichts zu melden hat. Der bietet sich nämlich indirekt als Zeuge an und will vor Ort gesehen haben, wie Schneider "mit Fäusten gegen den Exekutivbeamten losgegangen ist".
Davon hat nicht einmal der amtshandelnde Polizist etwas gemerkt...
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Sicherheitspolizeigesetz. Wer durch besonders rücksichtsloses Verhalten die öffentliche Ordnung ungerechtfertigt stört,... ist mit einer Geldstrafe bis zu 218 Euro, bei erschwerenden Umständen mit bis zu einer Woche Haft zu bestrafen. Vor einer Festnahme sollte der Störer vom öffentlichen Ort weggewiesen werden.













