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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2011 um 10:02 UhrKommentare

Mann mit Anti-Scheuch-Shirt auf Kirchtag verhaftet

Ein 44-jähriger Villacher trug auf dem Villacher Kirchtag ein Hemd mit der Aufschrift: "Uwe geh in Häfn". Er behauptet, beim Kirchtagsumzug von FPKlern getreten und von einem Polizisten misshandelt worden zu sein.

Da war die Welt für Wolfgang Schneider, die Journalistin Christine Grabner (links) und ihre Schwester Daniela noch in Ordnung

Foto © KKDa war die Welt für Wolfgang Schneider, die Journalistin Christine Grabner (links) und ihre Schwester Daniela noch in Ordnung

Wolfgang Schneider hatte Lust auf eine "Spaßaktion". Am Samstag zog sich der 44-Jährige ein selbst gemachtes T-Shirt an mit der Aufschrift "Uwe geh in Häfn! That's part of the game" und stellte sich an den Rand des Villacher Kirchtagsumzugs. "Als der zu Ende war, gab es eine Lücke, Menschen gingen auf die Straße, dann kamen FPK-Leute und verteilten blaue Lebkuchenherzen. Ich reihte mich ein und winkte den Zuschauern zu."

Nach 20 Metern, so der Villacher, passierte Folgendes: Die FPKler traten ihm in die Beine und versuchten, das T-Shirt herunterzureißen. Dann holten sie einen Polizisten. Der wollte, dass Schneider weggeht. Als der sich weigerte - "Das ist ein öffentlicher Platz" -, drückte ihm der Polizist von hinten gegen die Kehle und zerrte ihn weg. Der Polizist wollte Schneiders Ausweis sehen und dieser die Dienstnummer des Polizisten. Der verhaftete Schneider packte ihn heftig und als Schneider protestierte, lag er plötzlich auf dem Bauch. Die Arme wurde nach hinten gebogen, Handschellen wurden angelegt. Der Amtsarzt stellte später Hämatome am Arm und einen geschwollenen Daumen fest.

Als eine Begleiterin Schneiders, die renommierte "Am Schauplatz"-Journalistin Christine Grabner, in das Polizeirevier Hauptplatz kam und die Identität Schneiders belegte, wurde er aus der Haft entlassen. Im Polizeibericht steht, er habe Teilnehmer der Umzugsgruppe daran gehindert, in ihrer Marschrichtung zu gehen und sei wegen Ordnungsstörung verhaftet worden.

Auch Schneider, er lebt als Programmierer in Wien, gab die Umstände zu Protokoll, unter denen er verhaftet und verletzt wurde. Bezirksinspektor Kurt Fertala: "Wir haben alles der Staatsanwaltschaft zur Kenntnisnahme übermittelt. Jetzt ist sie am Zug."

Schneider ist übrigens weniger über den Polizisten erschüttert als über das Umfeld: "Ich bat einen Jugendlichen zu fotografieren, wie ich misshandelt werde, aber der grinste nur. Zwei Frauen in einem Café sagten ,Tut schon weh, so ein Polizeigriff'. Und die FPKler riefen ,Wir finden raus, wo du wohnst. Wir erwischen dich noch'. Nur zwei Herren sagten dem Polizisten, die übertriebene Härte wäre nicht nötig gewesen."

JOCHEN BENDELE

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