Erleichterte Gesichter bei Partys der ÖVP und Grünen
Mit minutenlangen Standing Ovations wurde LHStv. Wilfried Haslauer (V) im dicht gedrängten Petersbrunnhof begrüßt.

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Bei den enttäuschten Sozialdemokraten kam erst mit dem
Einzug von Bürgermeister Heinz Schaden und Landeshauptfrau Gabi
Burgstaller etwas Stimmung auf. Burgstaller gab zu, dass sie sich
mehr Stimmen gewünscht hätte, wirkte aber nicht unzufrieden. Viel
Applaus erntete Bürgerlisten-Stadtrat Johann Padutsch in der ARGE
Nonntal.
SPÖ-Party. Unter den Rhythmen von Tina Turners "Simply the Best" betrat
Burgstaller das Rockhouse und belebte mit ihren Ansagen die vom
Wahlergebnis enttäuschten, rund 350 Parteifreunde. "Wir sind in
diesem Bundesland, in dem es gar nicht so einfach ist Erster zu
bleiben, Erster geblieben", sagte die Landeshauptfrau und bedankte
sich zu allererst bei Ehemann Toni Holzer: "Du bist der wichtigste
Mensch in meinem Leben." Und meinte noch ermutigend: "Wir sind in
einem sehr konservativen Land trotzdem Erster geworden". Dann holte
sie Schaden auf die Bühne, drückte ihn fest und versprach, sie werde
ihn in den nächsten zwei Wochen "ganz unterstützen, dass er
Bürgermeister bleibt".
Nachdem Burgstaller erneut festgestellt hatte, sie werde das, was
sie vor der Wahl gesagt habe, auch einhalten - nämlich als erstes mit
dem Zweiten (deer ÖVP, Anm.) reden, richtete sie an die Adresse ihres
Büros: "Danke, dass ihr mich ertragen habt."
ÖVP-Party. Energiegeladen und betont kämpferisch gab sich LHStv. Wilfried
Haslauer von der ÖVP vor 400 Parteifreunden. "Es hat nicht ganz
gereicht für die Nummer eins, wir sind aber einen großen Schritt
weitergekommen. Die ÖVP ist wieder da." Man konnte die Erleichterung
im Saal über das Wahlergebnis spüren: Schließlich waren bei der
Landtagswahl 2004, als die ÖVP mit Landeshauptmann Franz Schausberger
an der Spitze eine schwere Niederlage erlitten hatte, Tränen
geflossen. Diesmal riefen frohe Gesichter Haslauer "Bravo" zu, als er
mit den beiden Landesräten Doraja Eberle und Sepp Eisl gegen 19.45
Uhr mit einem strahlenden Lächeln den Petersbrunnhof betrat. "Ich bin
besonders stolz, dass man auch vorankommen kann, wenn man keine
Schmutzkübel wirft. Der eigentliche Erfolg der Wahl ist, dass wir
wissen, wer wir sind, wo wir stehen und wohin wir wollen."
Das Wahlergebnis habe gezeigt, dass "Politik, die auf Emotionen
ohne Inhalte baut, auf Sympathie ohne Tiefgang, keinen Bestand hat",
betonte Haslauer mit einem Seitenhieb auf Burgstaller. Heute sei für
die ÖVP zwar kein Tag "wo wir grenzenlos jubeln können, aber auch
kein Tag, an dem wir die Köpfe hängen lassen", holte er am Schluss
seiner Rede das jubelnde Publikum auf den Boden zurück. Nicht alle
ließen sich bedingungslos mitreißen: "Die Show ist eigentlich nur für
den ORF", hörte man einen jungen Parteianhänger seinem Freund
zuflüstern.
Grüne-Party. Frohe Gesichter gab es auch bei den Grünen und der Bürgerliste,
die im ARGE Beisl feierten. Der Held des Abends war Johann Padutsch,
der seinen Stadtrat-Sessel halten und mit seiner Partei einen Mandat
dazugewinnen konnte. "Lässig, wenn das so ausgeht. Das hat ja zuerst
nicht so gut ausgesehen", sagte er lachend zu den rund 100
Grünaktivisten, die an den Tischen Bauernbratl, Pangasiusfilet und
Spinatspätzle speisten. "Das Ergebnis hat unsere Erwartungen
übertroffen", goutierte Bürgerlisten-Klubobmann Helmut Hüttinger.
"Padutsch ist ein Mann, der sehr offen Probleme benennt und
nachvollziehbare Lösungsvorschläge anbietet."





