Kogler wird Glawischnigs zweiter Stellvertreter
Grünen-Chefin Eva Glawischnig holt sich männliche Unterstützung. Werner Kogler rückt zur grünen Parteispitze auf. 100 Prozent Zustimmung im erweiterten Bundesvorstand für den Steirer.

Foto © APDer Steirer Werner Kogler ist im erweiterten Bundesvorstand zu Glawischnigs zweitem Stellvertreter gewählt worden
Der Steirer Werner Kogler ist im erweiterten Bundesvorstand (EBV) am Freitag mit 100 Prozent Zustimmung zu Glawischnigs zweitem Stellvertreter neben Maria Vassilakou gewählt worden. Der langjährige Parlamentarier wird sich schwerpunktmäßig um Wirtschafts- und Steuerthemen sowie um soziale Gerechtigkeit kümmern. Er kündigte bei einer Pressekonferenz eine Steuerdebatte zur Sanierung des Haushalts an, bei der es den Grünen u.a. um eine Belastung von "Superreichen" gehen wird.
Kogler ist auch im Parlamentsklub Glawischnigs Stellvertreter, sowie Budget- und Finanzsprecher und Leiter des Rechnungshofausschusses. Die zweite noch ausstehende Postenbesetzung bei den Grünen, jene der Bundesgeschäftsführung, wird ausgeschrieben und soll bis Jahresende geklärt werden. Mit der Kür Koglers zum Vizeparteichef dürften wohl auch die Diskussionen um die weibliche Dominanz bei den Grünen nach der Parteiübernahme durch Glawischnig beendet werden.
Guter Verhandler
Der frühere Geschäftsordnungsexperte der Grünen gilt als pragmatischer Realo und ist bemüht, Aufdecker zu sein, etwa in den diversen Affären rund um Grasser. Öffentlich präsent war der studierte Volkswirt im Parlament mit seiner Funktion als Leiter des Rechnungshofausschusses sowie als Mitglied des Eurofighter- und Bankenausschusses. Mehr Aufmerksamkeit war ihm dabei vor allem im Bankenausschuss gewährt, bei den Jets stand er im Schatten von Peter Pilz.
Für die Position an der Parteispitze empfahl sich der stets loyale Kogler während Glawischnigs Babypause als guter Verhandler in Sachen Bankgeheimnis. Gemeinsam mit dem BZÖ rang er der Regierung mehrere Zugeständnisse ab. Als Gegenleistung gab es die Stimmen für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit.
Der Unternehmerssohn gilt ohnehin als Wirtschaftsexperte der Ökopartei und ist auch Budget- und Finanzsprecher. Im Parlament meldet sich Kogler, der seinen oststeirischen Akzent auch in Wien behalten hat, gerne zu Wort. Er war mehrere Male Nummer Eins der jährlich erstellten Rednerliste im Nationalrat.













