Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
23. Mai 2013 21:47 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Kogler wird Glawischnigs zweiter Stellvertreter Rutzenham gewann Rennen um erstes Ergebnis Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Innenpolitik Nächster Artikel Kogler wird Glawischnigs zweiter Stellvertreter Rutzenham gewann Rennen um erstes Ergebnis
Zuletzt aktualisiert: 10.07.2009 um 00:09 UhrKommentare

Schmied: "Acht Wochen Streit waren eine Strapaz für mich"

Bildungsministerin Claudia Schmied nahm mit der Zentralmatura einen neuen Anlauf und baut an einer Brücke zur ÖVP. Ihr nächstes großes Projekt ist der Ausbau der Tagesbetreuung an den Schulen.

Schmieds "großer Wurf"?

Foto © APASchmieds "großer Wurf"?

Zeugnistag: Wie schätzen Sie Ihre eigene Leistung im vergangenen Schuljahr ein?

CLAUDIA SCHMIED: Ich würde sagen, Matura bestanden.

Das heißt, Sie werten die hinter Ihnen liegenden Wochen als eine Art Reifeprüfung?

SCHMIED: So ist es.

Zur verbalen Beurteilung: Was haben Sie geschafft, wo gibt es noch etwas aufzuholen?

SCHMIED: Die Bildungsreform geht weiter, alle Projekte werden fortgesetzt, und auch neue Projekte, die ich mir vorgenommen habe, zum Beispiel die Tagesbetreuung Neu, können wir im September starten. Was ich kritisch betrachten möchte, ist der Energieeinsatz. Die acht Wochen Streit über die Lehrerarbeitszeit waren eine Strapaz für mich - und für dieLehrer auch, das muss man künftig anders anlegen. Da passt die Relation zwischen Input und Output nicht.

"Anders anlegen" - konkret wie?

SCHMIED: Wenn so große Themen angegangen werden - Strukturreform, Lehrerdienstrecht, Schulverwaltung - dann muss es eine Regierungslinie geben, dann darf es nicht passieren, dass der Fachminister allein unterwegs ist.

Sie waren ja der Meinung, diese Regierungslinie gäbe es, oder?

SCHMIED: Ja, da muss ich offensichtlich nachhaltiger werden.

Die von ihnen angesprochenen acht Wochen haben viel verbrannte Erde hinterlassen - wie kriegt man das wieder weg?

SCHMIED: Was mir Hoffnung gibt, ist die viele Energie, die im System steckt. Das Schlimmste wäre Teilnahmslosigkeit. Jetzt geht es darum, diese Energie wieder nach vorne zu richten. Es muss gelingen, das große Ganze des Projekts Neue Schule zu vermitteln, nicht nur Details.

Laufen Sie nicht Gefahr, ein Gehrer-Schicksal zu erleiden, dass also der Wille da ist, Sie aber am Widerstand scheitern?

SCHMIED: Das erlebe ich nicht. Gerade ist die Neue Matura geglückt, für mich ein Jahrhundertprojekt, wo die Zusammenarbeit mit dem neuen ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon sehr konstruktiv verlaufen ist. Dass wir jetzt Bildungsstandards plus standardisierte Reifeprüfung verankert haben - das wird eine Wirkung haben, die im Augenblick noch unterschätzt wird. Das wird zu einem Paradigmenwechsel und Kulturwandel in der Schule führen, weil die Lehrer viel stärker zu Begleitern der Schüler werden.

Gibt es da eine neue Achse zur ÖVP, die es ihnen ermöglichen wird, auch andere Dinge besser als bisher über die Bühne zu bringen?

SCHMIED: Das ist meine große Hoffnung. Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen und das Herbstprogramm durchbesprechen. Ich habe auch gute Kontakte zum neuen ÖAAB-Chef Michael Spindelegger, mit dem ich in der Auslandskultur eng kooperiere.

Was soll Ihr nächster großer Wurf werden?

SCHMIED: Was mir besonders am Herzen liegt, ist die Tagesbetreuung. Es herrscht eine große Nachfrage nach guter Qualität. Wir haben Qualitätskriterien entwickelt, und die Schulen konnten sich um das Gütesiegel bewerben. 81 Schulen haben die Kriterien - gute Verpflegung, abwechslungsreiches Programm - erfüllt, 12 davon in der Steiermark, eine in Kärnten. Dort startet nun die neue Tagesbetreuung, mit verdoppelten Ressourcen.

Wie kommen Sie raus aus dem Eck, tolle Sachen, aber nur für wenige zu machen und andere mit geringen Ressourcen übrig zu lassen?

SCHMIED: Es geht nur über Prototyping, über Netzwerke, Leuchttürme, und das werden immer mehr. Aber dann muss der Tax X kommen, wo die Umstellung auf das Regelschulsystem erfolgt. Bei der Neuen Mittelschule muss im Jahr 2013 die Grundsatzentscheidung fallen, was wir mit der Sekundarstufe 1 machen.

Ein Wahljahr!

SCHMIED: Ja, das ist dann Aufgabe der nächsten Regierung. Und bei der Tagesbetreuung wird es auch im Zweistufenplan gehen. Ich bin mir sicher, dass die Schulen aufrüsten werden, dass wir die Zahl von 81 noch in dieser Periode verzehnfachen können. Dann läuft es wie bei der Neuen Mittelschule: Die Eltern fragen es nach, und so wird die Umstellung gelingen.

Noch eine Frage zur Zeugnisverteilung am Schulschluss: Sollte es nicht generell auch eine Bewertung der Lehrer geben?

SCHMIED: Ich möchte, und da hoffe ich, dass Bildungsstandards und Neue Matura den Weg aufbereiten, ist, dass wir zu einer wertschätzenden Feedback-Kultur kommen. Das muss natürlich von Lehrern ausgehen, die in ihrem Selbstwertgefühl gut geerdet sind und sich einem offenen Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern stellen. Von anonymen Internetbenotungen halte ich nichts.

INTERVIEW: CLAUDIA GIGLER

KLEINE.tv

Lokalaugenschein im Sulmtal

Das Kraftwerk an der Schwarzen Sulm ist sehr umstritten. Bauherr Peter M...Bewertet mit 3 Sternen

 

Politik im Bild

Terror von London: Soldat getötet 

Terror von London: Soldat getötet

 

Griechenland in der Krise



Politiker und Promis im Visier der Justiz

Foto: APA/AP/Reuters
 

Steirische Strukturreform

APA

Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang