Felderer findet Maßnahmen zur Steuerreform gut
Das Vorziehen der Reform auf 2009 war gut ebenso wie die Tarifsenkung.
Durchwegs positiv beurteilt IHS-Chef Bernhard Felderer die Steuerreform, die am 11. März im Nationalrat beschlossen wurde. Die Änderung der Tarifstufen, die den größten Teil der Reform ausmacht, sei ausgeglichen. Alle Einkommensgruppen würden in ähnlicher Weise entlastet, sagte Felderer im Gespräch mit der APA. Angesichts der angespannten finanziellen Situation sei das Volumen von drei Mrd. Euro an der Grenze des Möglichen. Denn Österreich sehe einem harten Winter mit einer Arbeitslosigkeit ähnlich wie in der Nachkriegszeit entgegen, gab Felderer zu bedenken.
Familienpaket. Das Vorziehen der Steuerreform habe sich im Nachhinein als gut herausgestellt. Nach den heftigen Diskussion in der letzten Regierung werde heute jeder froh sein, dass die Reform umgesetzt worden ist. Begrüßt wird vom Wirtschaftsforscher auch das Familienpaket. Gerade in Familien mit Kindern und in erster Linie bei Alleinerziehern gebe es viel Armut. Es sei daher gut, wenn man hier unterstützend eingreife. Positiv bewertet er auch den Mix zwischen direkter Unterstützung und Steuerabsetzbarkeit. Dass durch die neuen Regelungen das System noch kompliziert gewacht wird, glaubt Felderer nicht. Dieses sei jetzt schon kompliziert. Über eine Vereinfachung würden sich freilich - bis auf die Steuerberater - alle freuen. Als Fortschritt bezeichnete er auch den Gewinnfreibetrag. Das sei eine positive Sache, mit der das Steuermodell modernisiert werde.
Spendenabsetzbarkeit. Bei der Spendenabsetzbarkeit hätte sich Felderer eine Regelung gewünscht, die auch Umwelt- und Tierschutzorganisationen einschließe. Die Priorisierung des sozialen Bereichs sieht er aber als gerechtfertigt an und glaubt auch, dass die Regelung irgendwann ohnehin ausgeweitet wird. Der IHS-Chef zeigte sich auch überzeugt, dass sich mit der Absetzbarkeit das Spendenaufkommen erhöhen wird.
Vorzeitige Abschreibung sinnvoll. Die vorzeitige Abschreibung von Anschaffungen, sie ist Teil des Konjunkturpakets II, hält Felderer in einer Zeit, wo man Investitionen schaffen will, für sinnvoll. Ob die ganzen Maßnahmen auch wirklich wirken, sei abzuwarten, denn die Unternehmen "blicken mit Panik auf die kommende Jahre". Wenn es am Konjunkturhimmel einen Lichtstreifen gäbe, würde sich die Lage schnell ändern. Da aber derzeit weltweit Krisenstimmung herrsche, könne man nicht vorhersagen, wo der erste Lichtblick kommen werde. Felderer erwartet, dass es in der nächsten Legislaturperiode, wenn die Krise wieder vorbei ist und ein Aufschwung eingesetzt hat, eine neue Diskussion über Steuersenkungen geben wird.













