Richter und Staatsanwälte drohen mit Protest
Nach der Lehrerschaft drohen jetzt auch Richter und Staatsanwälte angesichts der Budgetsituation im Justizbereich mit Protestmaßnahmen.

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Konkreteres wollen sie erst "zum gegebenen
Zeitpunkt" bekanntgeben, fix ist allerdings jetzt schon ein Boykott
der vom Justizministerium veranstalteten Richterwoche im Mai, teilten
die Richtervereinigung, die Vereinigung der Staatsanwälte und die GÖD
in einer Aussendung Mittwochnachmittag mit. Sie bezeichnen darin das
Ergebnis der Budgetverhandlungen als "katastrophal". Nach
Informationen der Gewerkschaft soll es im Justizbereich weniger statt
mehr Planstellen geben.
Planstellen. Demnach ist das Justizressort mit einer Forderung von 440
zusätzlichen Planstellen in die Verhandlungen hineingegangen und mit
einem Minus von 170 herausgekommen. Justizministerin Claudia
Bandion-Ortner (V) habe bei den Verhandlungen mit Beamtenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek (S) 440 zusätzliche Planstellen gefordert,
Heinisch-Hosek hingegen einen Abbau von 600 Stellen verlangt. Nach
Informationen des Gewerkschafters Klaus Schröder sei ein Abbau von
170 Stellen herausgekommen, sagte dieser im Gespräch mit der APA.
Rechne man den bereits bestehenden Fehlbestand (440 Stellen) hinzu,
ergebe sich ein Minus von rund 600. Und das sei nicht verkraftbar.
"Keine Skrupel". Finanzminister Josef Pröll (V) und Bundeskanzler Werner Faymann
(S) hätten "offensichtlich keine Skrupel", das Recht der Bürger
einzusparen. Statt der notwendigen Aufstockung der Planstellen,
werden diese weiter reduziert, empören sich die Juristen.
Richterwoche boykottiert? Als erstes Zeichen dieses Protestes werden die Richter und
Staatsanwälte die vom Ministerium veranstaltete Richterwoche zum
Thema "Reform der Strafgerichtsbarkeit" boykottieren. Man wolle damit
klar machen, dass man angesichts der Arbeitsbelastung nicht mehr in
der Lage sei, "derartige Veranstaltungen zu besuchen", so Schröder.
Features
Fakten
Mögliche weitere Schritte werde man zur gegeben Zeit bekanntgeben. Zunächst wolle man die vom Ministerium in Aussicht gestellten Entlastungsmaßnahmen prüfen, erklärte Werner Zinkl, Präsident der Richtervereinigung.
Hintergrund
Prüfung
Die Umsetzung der weiteren "bereits beschlossenen" Protestmaßnahmen werden davon abhängig gemacht, in welchem Ausmaß der Planstellenmangel bei Richtern, Staatsanwälten und im Kanzleipersonal dadurch ausgeglichen werden kann.












