Nein zu Regierung, Ja zu Pröll
Steirische ÖVP wird dem neuen Parteichef den Start nicht verpatzen.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauHermann Schützenhöfer
Rund 70 Delegierte stellt die steirische ÖVP beim Bundesparteitag. Am Mittwoch versammelte Parteichef Hermann Schützenhöfer alle um sich, um sie für Freitag trotz der Entscheidung für die ungeliebte große Koalition auf ein Ja zum neuen Bundesparteiobmann Josef Pröll einzuschwören.
Enttäuschung. Schützenhöfer machte kein Hehl aus seiner Enttäuschung darüber, dass eine Abstimmung über die Koalition auf dem Parteitag von Pröll abgewürgt wurde. "Wir haben weder die Wahlniederlage 2006 noch die Niederlage 2008 verdaut, das ist eine Hypothek für Josef Pröll."
Aushalten. Die Partei werde es aber aushalten, dass er, Schützenhöfer, gegen die Koalition mit der SPÖ sei. So wie sie es ausgehalten habe, dass der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll und sein oberösterreichischer Kollege Josef Pühringer 2003 dem Beschluss über den Pakt mit der FP fernblieben.
Kein Steirer. Spöttisch kommentierte Schützenhöfer die Frage nach seiner Befindlichkeit angesichts des Umstandes, dass unter den vier Parteiobmann-Stellvertretern nach dem Rückzug Christian Buchmanns kein Steirer mehr zu finden ist: "Na, so ein Unglück." Die vier Stellvertreter würden jedenfalls auch die Stimmen der Steirer bekommen. Und mit Reinhold Lopatka habe die ÖVP als einzige steirische Partei jemanden am Tisch der Regierung sitzen, verfüge also über direkten Zugang zu "Informationen aus dem Bereich der Macht". Schützenhöfer: "Lopatka wird das gut machen. Mehr wünsche ich mir nicht."
Abspaltung. Eine Abspaltung nach dem Muster der CSU sei kein Thema gewesen. "Wir werden die Brücke zu einer eigenen Gruppierung schlagen, wenn wir am Bach angelangt sind." Derzeit gebe es keine derartigen Überlegungen.












