Koalition: Entscheidende Verhandlungsrunde hat begonnen
Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung hat Sonntag Nachmittag die vermutlich entscheidende Runde der Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP begonnen.

Foto © APAFaymann musste auf Pröll warten
"Ich glaube, wenn man guten Willens
ist, kann man zu einem Abschluss kommen", sagte SP-Chef Werner
Faymann beim Eintreffen seines Verhandlungsteams im
Ministerratszimmer des Parlaments um 14.20 Uhr. Eine halbe Stunde
später kam auch die ÖVP-Mannschaft um Parteichef Josef Pröll. "Es ist
noch genug zu tun, aber ein Abschluss ist im Bereich des Möglichen",
so der VP-Chef.
Einige offene Fragen.
SPÖ und ÖVP haben in den vergangenen Tagen weite Teile eines
gemeinsamen Regierungsprogramms außer Streit gestellt. Sowohl Faymann
als auch Pröll betonten allerdings vor Verhandlungsbeginn am Sonntag,
dass noch "einige Fragen" offen seien - laut Pröll unter anderem bei
der Verwaltungsreform.
EU-Kompromiss.
Noch abgeklärt werden musste dem Vernehmen nach die genaue
Formulierung der Kompromissformel zur roten Forderungen nach
EU-Volksabstimmungen. Hier gab es von Pröll keine eindeutige Antwort:
Es werde noch zu reden sein. Faymann betonte dazu, er werde auch
künftig dafür eintreten, dass über wichtige Änderungen des
EU-Vertrages künftig mit Volksabstimmung entschieden wird.
Abschluss möglich.
Die Verspätung seines Verhandlungsteams begründete Pröll mit
internen Abklärungsprozessen zu einzelnen Fragen. Die Verhandlungen
würden nun in die letzten Stunden gehen, so der VP-Obmann. Auch
Faymann hält einen Abschluss der Gespräche am Sonntag für möglich,
wenn auch nicht für fix: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend
loben."
Ministerliste im Kopf.
Sein Regierungsteam hat Pröll übrigens schon im Geiste gestaltet.
Er habe seine Ministerliste "ansatzweise im Kopf". Das Team der SPÖ
steht intern schon seit Tagen fest. Neu hinzukommen werden unter
anderem ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer als Sozialminister, der
Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse Alois Stöger als
Gesundheitsminister und die niederösterreichische Landesrätin
Gabriele Heinisch-Hosek als Frauen- und Beamtenministerin. Der bisher
für den öffentlichen Dienst zuständige Staatssekretär Andreas
Schieder wandert ins Finanzministerium.












