Leitl sieht keine Alternative zu SPÖ-ÖVP-Koalition
"Aus dem Bauch heraus" glaubt Leitl, dass die neue Regierung "vor Weihnachten stehen muss. Sonst werden die Leute grantig", so der Wirtschaftskammerprästident.

Foto © APALeitl: "Das war zum Abgewöhnen"
"Ich war Befürworter einer Großen Koalition", betonte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Was aber in den vergangenen 1,5 Jahren
geschehen sei, "war zum Abgewöhnen", er könne jeden verstehen, "der sagt, ich habe die Schnauze voll".
"Auf Augenhöhe". Eine Koalition von SPÖ und ÖVP wäre heute nur eine "kleine
Koalition" und könne nur funktionieren, wenn es "eine Partnerschaft auf Augenhöhe" mit neuem Stil sei. Nur "more of the same" wäre fürchterlich. Die SPÖ solle auch nicht mit dem Konzept eines "Juniorpartners" kommen, denn "beide Parteien haben ihr Fett abbekommen". Allerdings: Alternativen sieht Leitl nicht: Rot-Blau habe Faymann ausgeschlossen, Rot-Orange-Grün auch.
Schwarz-Blau-Orange lehne FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ab und eine Minderheitsregierung würde nur teure Maßnahmen beschließen und hätte eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass Österreich bald wieder wählen müsse.
"Rock und Hemd". Leitl hält auch mit Kritik an Kollegen in seiner Partei nicht
zurück: "Es gibt halt sehr viele, für die ist die Bundespolitik der Rock und die Landespolitik das Hemd". Auch bei ihm im Haus gebe es Stimmen, die Kammerwahl 2010 wäre aus der Opposition heraus leichter zu gewinnen. Er wolle sich aber nicht der Verantwortung verschließen.
Ministeramt? Auf die Frage, ob er ein Ministeramt annehmen würde, sollte es ihm
angeboten werden, sagte der Wirtschaftskammerpräsident, er habe bereits zehn Jahre Regierungserfahrung (in Oberösterreich, Anm.) und dort seinen Beitrag geleistet. Und er habe jetzt eine politisch und sozial wichtige Position und Verantwortung. "Aus dem Bauch heraus" glaubt Leitl, dass die neue Regierung "vor Weihnachten stehen muss. Sonst werden die Leute grantig". Und welche Regierung auch immer kommen sollte, sie werde keine
Zwei-Drittel-Mehrheit haben. Daher müsse man "gewisse Dinge" zur nationalen Konsensmaterie erklären, etwa die Gesundheit "Der Brocken ist ja noch nicht einmal ins Maul genommen".












