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Zuletzt aktualisiert: 01.10.2008 um 12:49 UhrKommentare

Rot-blaue Mehrheit ist nur noch hauchdünn

Die FPÖ hat in der Zwischenauszählung eines ihrer am Sonntag errungenen 35 Mandate verloren - damit käme sie theoretisch zusammen mit den Sozialisten gerade noch genau auf jene 92 Mandate, die für die absolute Mehrheit erforderlich sind.

Foto © APA

Die rot-blaue Mehrheit schmilzt: Nach der gestrigen Zwischenauszählung der Briefwahl-Stimmen hätten SPÖ (58) und FPÖ (34) gemeinsam gerade noch genau die 92 Mandate, die für die absolute Mehrheit erforderlich sind. Das ist für eine Koalition in der Praxis eigentlich zu wenig - abgesehen davon, dass die SPÖ auch nach der Wahl dabei blieb, mit der FPÖ keine Koalition eingehen zu wollen.

Mandat verloren. Die FPÖ hat in der Zwischenauszählung eines ihrer am Sonntag errungenen 35 Mandate verloren. Mit der Auszählung der restlichen Wahlkarten am Montag könnte Rot-Blau überhaupt unter die 92er-Grenze rutschen. Denn das 58. SPÖ-Mandat wackelt und könnte zu den Grünen wandern. Damit gäbe es außer Rot-Schwarz überhaupt keine Zweier-Mehrheit mehr.

Unter 30-Prozent-Marke. Die SPÖ ist bei der heurigen Wahl nicht nur erstmals unter die 30-Prozent-Marke gefallen - sie hat erstmals auch keine Sperrminorität mehr. Ein Drittel der 183 Abgeordneten - also 61 - wären nötig, um zu verhindern, dass die anderen Parteien gemeinsam ein Verfassungsgesetz oder eine -änderung beschließen. Die hatte die SPÖ bisher immer, ihr niedrigster Mandatsstand war 65 in den Jahren 1994 und 1999. Die ÖVP war schon von 1990 bis zur Wahl 2002 mit weniger Abgeordneten vertreten als für die Sperrminorität nötig waren.

In der Praxis. Praktische Auswirkungen hatte dies freilich keine, da sich Koalitionspartner üblicherweise gerade in Zwei-Drittel-Materien - zu denen z.B. auch eine Nationalrats-Geschäftsordnungsreform zählt - nicht gegenseitig überstimmen. Wichtig wäre eine Sperrminorität freilich für eine Minderheitsregierung.


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