BZÖ vermasselt Faymann Fünfpunkte-Erfolg
Das BZÖ hat mit dem Nein zur Halbierung der Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel zumindest einen roten Wunsch zu Fall gebracht.

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Das Fünf-Punkte-Programm von Werner Faymann ist doch
nicht zur Gänze Realität geworden. Dafür beschließt der Nationalrat in
seiner noch bis in die Nacht laufenden Sitzung eine großzügige
Pensionsanpassung für das kommende Jahr, die Verlängerung der
Hacklerregelung, die Abschaffung der Studiengebühren und die 13.
Familienbeihilfe. Bereits durch sind das Pflegepaket mit einer
deutlichen Anhebung des Pflegeldes und die Verringerung der
Mehrwertsteuer auf Medikamente.
Große Emotionen. Am meisten emotionalisierte freilich das Thema Lebensmittel. Bis
exakt 20.27 Uhr ließ sich BZÖ-Klubchef Peter Westenthaler bitten, bis
er im Plenum kundtat, dass die Orangen Rot und Blau zu keiner
Mehrheit für die Senkung der Mehrwertsteuer von zehn auf fünf Prozent
verhelfen werden.
Forderung des BZÖ. Dies ist insofern ein wenig ungewöhnlich, als das Bündnis ja
gerade diese Forderung in einem aktuellen Volksbegehren vertritt und
die Halbierung der Mehrwertsteuer auch im orangen Wahlprogramm zu
finden ist. Dass man letztlich trotzdem eine Umsetzung am heutigen
Tag verhindert hat, begründete Westenthaler damit, dass in den
letzten Wochen diverse Unsicherheiten aufgetreten seien.
Nicht EU-konform. Dabei bezog sich der Bündnisobmann auf Aussagen des ungarischen
EU-Kommissars Laszlo Kovacs, wonach der reduzierte Satz europäischem
Recht widerspreche. Zudem ist Westenthaler nicht sicher, ob die
Senkung letztlich nicht nur ein Körberlgeld für deutsche Großkonzerne
sein würde. Deshalb beantragte er, den Antrag zunächst noch einmal im
Finanzausschuss zu diskutieren. ÖVP und Grüne votierten dafür,
wodurch das Faymann-Projekt letztlich nicht einmal einer Abstimmung
unterzogen wurde.
SPÖ wütend. Die SPÖ zeigte sich einigermaßen wütend. Klubchef Josef Cap
vermutete Absprachen zwischen ÖVP und BZÖ, wonach die Volkspartei
Bündnischef Jörg Haider nächstes Jahr zum Landeshauptmann wählt.
Ungeheuerlich fand er, dass eine christlich-soziale Partei auch noch
froh sei, wenn die Menschen nicht von der Teuerung entlastet würden.
Faymann selbst äußerte sich am Rande des Plenums enttäuscht und
kündigte für die Zeit nach der Wahl einen neuen Anlauf an.
Weitere Reaktionen. Die FPÖ war ebenfalls über das BZÖ verärgert. Immer das Gleiche,
angekündigt werde das eine, bei der Umsetzung im Parlament aber das
andere getan, ereiferte sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Die
ÖVP war hingegen sichtlich erfreut. Budgetsprecher Günter Stummvoll
meinte, diese Senkung könne nur in Gehirnwindungen erfunden worden
seien, die von wirtschaftlicher Praxis keine Ahnung hätten. Ebenso
wie Stummvoll befand auch Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, dass
die Maßnahme nicht treffsicher sei. Zusätzlich waren Schwarz und Grün
einig, dass die Senkung vom Handel nicht auf Dauer an die Konsumenten
weitergegeben würde.












