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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2008 um 19:59 UhrKommentare

Wahlwerbung mit Schönheitsfehlern

SPÖ wie ÖVP patzen bei kleinen Werbeaktionen: von Telefonterror, Steuerbriefen und Kanzlersekretärinnen.

Foto © www.pixelio.de / Rainer Sturm

Da staunten 100.000 Wiener nicht schlecht, als am Wochenende das Telefon klingelte: "Schönen guten Tag, Michael Häupl, Ihr Wiener Bürgermeister ..." - war dann doch nicht persönlich am Apparat, sondern nur seine Tonbandstimme. Es folgte eine Umfrage: "Was ist für Sie dringlicher? Für Steuerreform drücken Sie die 1. Für eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel drücken Sie die 2." Datenschützer und die Wiener ÖVP zeigen sich empört über den "Telefonterror" und unterstellen Datenmissbrauch. Die SPÖ entgegnet, die Nummern stammten aus dem Telefonbuch. Das Ergebnis der Umfrage haben die Wiener Roten noch nicht veröffentlicht.

Reinfall. Auch eine Marketingaktion von Finanzminister Wilhelm Molterer - 80.000 Briefe, in denen Steuerzahlern mitteilt, wie viel Geld sie beim Lohnsteuerausgleich zurück bekommen - war ein Reinfall. Wie uns Leser mitteilen, stellen deren Finanzämter die von Molterer angekündigten Ansprüche in Abrede. Im Wahlkampfschreiben des ÖVP-Chefs heißt es jedoch unmissverständlich: "Dieses Geld steht Ihnen zu. Holen Sie es ab!" Es wird spannend, ob die Empfänger die Einhaltung dieses Wahlversprechens beim ÖVP-Weisenrat einklagen.

Patzer bei SPÖ. Dritter im Bunde: SPÖ-Chef Werner Faymann. Eigentlich macht Bundesgeschäftsführerin Doris Bures für ihn den professionellsten Wahlkampf. Nun ist auch ihnen ein Patzer passiert: In einem Inserat wirbt Sophie Andics, "Sekretärin und alleinerziehende Mutter", für Faymann. Ihre Aussage: "Weil er schaut, dass Familie und Beruf vereinbar sind." Bisher schaute darauf SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer. Die "Presse" kam darauf: Andics ist Sekretärin im Kanzleramt, Büro Gusenbauer.

CLAUDIA GIGLER, EVA WEISSENBERGER

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