MwSt.-Senkung schon fast gescheitert
Fehlende ÖVP- und Grüne Abgeordnete verhinderten am Freitag das frühe Aus für die geplante MwSt.-Senkung. Das BZÖ stimmte gegen den SP-FP-Antrag.

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Die von SPÖ und FPÖ geplante Senkung der
Mehrwertsteuer noch vor der Nationalratswahl wäre am Freitagabend bei
der Sondersitzung des Nationalrats um Haaresbreite bereits Geschichte
gewesen. Bei der Abstimmung über den rot-blauen Fristsetzungsantrag,
das Vorhaben noch bis zur letzten Nationalratssitzung am 24.
September zu behandeln, stimmte das BZÖ entgegen der allgemeinen
Erwartung nicht mit. SPÖ und FPÖ hätten damit an sich keine Mehrheit
im Plenum gehabt. Da aber Abgeordnete von ÖVP und Grünen bei der
Abstimmung fehlten, reichten für die Absegnung des
Fristsetzung-Antrags die Stimmen von SPÖ und FPÖ aus.
Nicht gestattet. Einige ÖVP-Abgeordnete versuchten, noch im Plenarsaal Platz zu
nehmen, während die Dritte Nationalratspräsidentin Eva Glawischnig
(G) bereits die Stimmen zählte. Sie wies diese darauf hin, dass dies
nicht gestattet sei. Da schließlich ein Quorum von 83 Abgeordneten
ausreichte, konnten SPÖ und FPÖ mit ihren Stimmen alleine den
Fristsetzungsantrag durchrbingen.
"Sehr erfreut". "Wir sind sehr erfreut", sagte SP-Klubchef Josef Cap nach
Beschluss des Fristsetzungsantrags zur Senkung der Mehrwertsteuer auf
Lebensmittel. Dies bedeute eine "wichtige Entlastung". Ungeachtet
dessen, dass die Mehrheit nur aufgrund fehlender Grün- und
ÖVP-Mandatare zustande gekommen war, meinte Cap, er hoffe, dass man
in der Sitzung am 24. September erneut eine Mehrheit finden werde.
BZÖ-Klubobmann Peter Westenthaler erklärte das Nein seiner Fraktion
zum Fristsetzungsantrag damit, dass die SPÖ nicht bereit gewesen sei,
einem sofortigen Entlastungspaket zuzustimmen.
"Zum Großteil abgelehnt". Man habe deshalb dagegen gestimmt, weil die SPÖ nicht bereit
gewesen sei, den Fristsetzungsanträgen des BZÖ zuzustimmen, also
"nichteinmal" über einen Teuerungsausgleich diskutieren wolle. "Sie
haben ja unser komplettes Paket zum Großteil abgelehnt", sagte
Westenthaler nach der Sitzung gegenüber der APA. Erfreut zeigte er
sich, dass etwa die orangen Fristsetzungsanträge zu Halbierung der
MwSt. auf Medikamente oder zur Reduzierung der Arbeiterkammerumlage
eine Mehrheit gefunden hatten.
"Unverständlich". Die Ablehnung der orangen Anträge durch die SPÖ sei
"unverständlich und inakzeptabel "und bringt uns auch nicht dazu,
einer Wahlkampfalibi-Aktion (SP-Chef Werner, Anm.) Faymanns
zuzustimmen", so der BZÖ-Klubchef. "Wir sind nicht der
Steigbügelhalter der SPÖ", sagte Westenthaler. Dass man später dem -
zur MwSt.-Senkung auf Lebensmittel dazugehörenden -
Preisauszeichnungsgesetz doch zugestimmt hatte, erklärte Westenthaler
damit, dass man sich jetzt einmal das Gesamtpaket anschauen wolle. Er
sei aber eher skeptisch, dass es eine orange Zustimmung zur
MwSt.-Senkung auf Lebensmittel geben werde.













