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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2008 um 13:44 UhrKommentare

Österreicher gegen Rot-Schwarz

Eine Neuauflage der Koalition zwischen SPÖ und ÖVP wird von der Mehrheit der Österreicher abgelehnt. Auch Ausgrenzung von FPÖ und BZÖ ist nicht erwünscht.

Am ehesten könnten sich noch SPÖ-Anhänger mit einer Neuauflage der Koalition anfreunden.

Foto © Erwin ScheriauAm ehesten könnten sich noch SPÖ-Anhänger mit einer Neuauflage der Koalition anfreunden.

Die Regierungsbildung wird schwierig, wenn es nach insgesamt 850 Befragten geht, die an einer Umfrage des Linzer Meinungsinstituts IMAS teilgenommen haben. Denn nur 15 Prozent sprachen sich dabei dafür aus, dass es nach der Wahl wieder eine Koalition von SPÖ und ÖVP geben sollte. 55 Prozent wollen eine "ganz andere Regierung". 30 Prozent machten dazu keine Angabe. Gegenüber einer ähnlichen Umfrage Mitte August hat lediglich ein Teil der Gegner von Rot-Schwarz zur Gruppe der Unentschiedenen gewechselt. Die Befürworter der bisherigen Koalition waren schon damals in der Minderheit.

Massive Ablehnung. Am ehesten liebäugeln noch die SPÖ-Anhänger mit einem neuerlichen Zusammengehen mit der ÖVP. Deren Anhänger fänden jedoch daran recht wenig Gefallen, stellten die Meinungsforscher fest. Das massivste Unbehagen beim Gedanken an eine abermalige rot-schwarze Regierung verspüren nicht gerade überraschend die Freiheitlichen, die Grünen, aber auch die noch unentschlossenen Wähler.

Gegen Ausgrenzung. Eine ganz neue politische Kombination bei der Regierungsbildung dürfte jedoch schwierig werden, solange von Parteien Farbenspiele mit Blau oder Orange ausgeschlossen werden. Die für die Bevölkerung repräsentativ ausgewählten Befragten erklärten indes zu 46 Prozent, sie hielten diese Ausgrenzung von FPÖ und BZÖ für falsch, 19 Prozent für richtig. 35 Prozent waren unentschieden. Unter den Anhängern der Sozialdemokraten ist die Gegnerschaft zur Ausgrenzung mit 39 Prozent fast genau so verbreitet wie die Befürwortung mit 37 Prozent. Eindeutig für richtig gehalten wird die Ächtung von FPÖ und BZÖ nur mehr von den Grün-Affinen mit 46 Prozent - gegenüber 29 Prozent, die das für falsch halten.

Kleine Parteien. Stellt sich die Frage, welche Rolle die fünf bundesweiten Mitbewerber Liste Dinkhauser, LIF, KPÖ, Rettet Österreich und die Christenpartei bei der Regierungsbildung spielen könnten. Noch vor einem Monat hatte jeder zweite Österreicher die neuen Listen als ein wichtiges Element in der Politik empfunden. Inzwischen wird ihr Antreten aber nur mehr von 22 Prozent begrüßt. Ebenso viele halten es nicht für gut. 54 Prozent stehen ihnen gleichgültig gegenüber. Damit könnten sie dem in der Politologie beschriebenen "Fallbeil-Effekt" unterliegen: Kleinen Parteien wird die Gunst möglicher Wähler wieder entzogen, weil mit dem Scheitern der Partei gleichzeitig die eigene Stimme wirkungslos werden würde.


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