Strache. "Stadler hat mich erpresst und genötigt"
Locker präsentierte sich Heinz-Christian Strache in der Kleine Zeitung-Arena. An eine Regierungsbeteiligung der FPÖ glaubt er nicht.

Foto © Erwin Scheriau
Die angesagten Proteste fanden bei der gestrigen vierten Wahl-Arena-Veranstaltung im Grazer Dom im Berg nicht statt. Heinz-Christian Strache konnte locker und ruhig die Fragen von Claus Albertani, Claudia Gigler und Ex-FP-Obmann Ludwig Rader beantworten. Ob er seinem Sohn erlauben würde, bei einer Veranstaltung von Gottfried Küssel teilzunehmen oder Paintball zu spielen, wurde er gefragt. Paintball könne er spielen, aber nur in Hallen. Sonst bekäme er Probleme, wie er sie jetzt habe, meinte Strache lachend. Den Besuch einer Küssel-Veranstaltung würde er "vehement verbieten".
Paintball-Fotos. Auf die soeben erneut veröffentlichten rund 20 Jahre alten Paintball-Fotos ging Strache näher ein. Ewald Stadler ( BZÖ, früher FPÖ) habe ihn 2006 erpresst. "Er hat mich genötigt und gesagt, wenn ich nicht 1,8 Millionen Euro für das FP-Bildungswerk zusage, wird er mich vernichten. Dann kamen die Fotos."
Mindestsicherung. Ob er für eine Mindestsicherung eintreten würde, wurde er von einem Zuhörer aus dem Publikum gefragt. "Ja, ich bin für eine Grundsicherung, aber nur für jene, die auch bereit sind, 20 Stunden in der Woche Gemeinschaftsarbeit zu leisten und nicht wie Heide Schmidt auch für jene, die nichts arbeiten wollen. Jene durchzufüttern, die nichts tun wollen, wäre nicht zu rechtfertigen."
Ausländer. Warum er Ausländer ausgrenze, wollte ein anderer Zuhörer wissen. Er sei kein Ausländerfeind, konterte Strache. Es müsse zwischen "Anständigen und Unanständigen" unterschieden werden. Das Problem sei, dass die "Massenzuwanderung" unkontrolliert erfolgt sei und die Familienpolitik für Österreicher versagt habe. Wer heute drei Kinder habe, müsse den Eindruck haben, fast schon bestraft zu werden.
Regierungsbeteiligung. Mit einer Regierungsbeteiligung der FPÖ rechnet Strache nicht. "Einige Mächtige", glaubt er, hätten bereits eine Faymann-Pröll-Regierung ausgemacht. In der ÖVP erlebe er "Arroganz und Selbstgefälligkeit, wie das bei Molterer der Fall ist".
Veränderung. Für eine Veränderung müssten die Menschen bei dieser Wahl entweder die Grünen oder die Blauen wählen: "Das ist die Richtungsentscheidung, Blau oder Grün." Stimmen für Kleinparteien wären verlorene Stimmen, attackierte Strache die Kleinparteien. Ob er ein verlässlicher Partner in einer Regierung wäre, wurde er gefragt. Für Ludwig Rader hat Strache gar nicht die Möglichkeit, dies zu sein: ?Wenn Sie das sind, laufen Ihnen Ihre Wähler davon.“ Dann wäre das zweite Knittelfeld programmiert.












