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Zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 um 13:51 UhrKommentare

Homo-Ehe: Grüne buhlen um Wählergunst

Die Gleichstellung von homosexuellen Paaren ist nach Ansicht der Grünen Abgeordneten Ulrike Lunacek ein im aktuellen Nationalratswahlkampf sträflich vernachlässigtes Thema.

Ulrike Lunacek

Foto © APUlrike Lunacek

Lesben und Schwule würden sich in Österrreich nach wie vor in einem "rechtlichen Niemandsland" befinden. Zum Feindbild erklärten die Grünen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien das veraltete Familienkonzept der ÖVP und den von der FPÖ verbreiteten "Schwulenhass".

Forderungen für Paare. Lunacek erneuerte ihre Forderung nach einem modernen Partnerschaftsrecht, dem sogenannten Zivilpakt (Zip). Der wesentlichste Unterschied zur Ehe bestehe darin, dass beim Zip nach einer Trennung von den Partnern keinerlei Unterhaltsansprüche geltend gemacht werden können. Diese Partnerschaftsmodell soll aber nicht nur schwulen und lesbischen Paaren offen stehen, sondern ist ebenso für heterosexuelle Lebensgemeinschaften gedacht. Darüber hinaus steht auch die Öffnung der traditionellen Ehe für Homosexuelle nach wie vor auf der Agenda der Grünen. Für die Sondersitzung des Nationalrates am Freitag kündigte Lunacek zwei entsprechende Fristsetzungsanträge an.

Meinungsumschwung. In der Bevölkerung ortete Lunacek einen Meinungsumschwung beim Thema "Homo-Ehe". Immerhin hätten sich in einer Umfrage aus dem Jahr 2004 rund 64 Prozent der Befragten für eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare ausgesprochen. Zwei Jahre später hätten bei einer Eurobarometer-Befragung immerhin 49 Prozent der Österreicher Zustimmung zu einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare signalisiert.

Postkarten-Werbung. Die Grünen Andersrum, eine Teilorganisation der Partei, wirbt mit Postkarten, Gratis-Kondomen, sowohl für Männer als auch mit einem Modell speziell für Frauen, um die Wählergunst von Lesben und Schwulen. Die Postkarten zeigen unter anderem zwei Pensionisten beim Kaffeetrinken. Über dem Pärchen steht geschrieben "Sie konnten sich im Leben alles sagen... bis auf das Wörtchen JA". Es seien bewusst ältere Menschen für das Sujet ausgewählt worden, erkärte Lunacek. Immerhin würden Senioren und Seniorinnen besonders unter den rechtlichen Ungleichheiten leiden, etwa beim Erbschaftsrecht oder wenn ein Partner krank werde.


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