Österreichern droht Preiserhöhung bei Vignette
Vignette wird im Dezember automatisch teurer, wenn sich die Regierung nicht bald zu einem Preisstopp durchringt. Parteien schieben sich gegenseitig Verantwortung zu.

Foto © APAVignettenpreis wird zum Politikum.
Der Intensivwahlkampf treibt seltene Blüten. Am
heutigen Montag ist zwischen den Parteien ein Streit über die
Inflationsanpassung bei der Autobahn-Vignette ausgebrochen. Dabei
geht es um eine Erhöhung um 1,60 Euro jährlich. Die Kanzlerpartei SPÖ stellte jetzt klar,
dass sie gegen die im Jänner 2007 von ihr mitbeschlossene
Inflationsanpassung ist und sieht nun den Partner ÖVP am Zug.
SPÖ."Die ÖVP wird bei der kommenden Sondersitzung die Möglichkeit
haben, einem entsprechenden Fristsetzungsantrag für einen von ihr
gemeinsam mit der SPÖ bereits im Juli eingebrachten Initiativantrag
zuzustimmen", betonte SPÖ-Klubobmann Josef Cap in einer Aussendung.
BZÖ. Das BZÖ wiederum meinte, dass die Regierung die Wähler für dumm
verkaufen will. "Zielführend wäre es, die Vignette zu vergünstigen,
um einen Ausgleich zu den hohen Treibstoffpreisen herbeizuführen", so
BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz.
ASfinag.
Bisher unbeantwortet blieb hingegen, wie die staatliche
Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag mit weniger Einnahmen ihren
gewaltigen Schuldenberg abbauen soll. Derzeit beträgt dieser rund 10
Milliarden Euro. Jährlich gibt die Asfinag nach Eigenangaben rund 400 Millionen
Euro für Zinsen aus.
ÖAMTC. Der ÖAMTC verwies heute darauf, dass die Inflationsanpassung schon
längst erfolgt sei. Er rechnete vor: Im Jahr 2001 wurde der
Vignettenpreis von 39,97 Euro auf 72,60 Euro angehoben, das entsprach
82 Prozent. Der Verbraucherpreisindex ist zwischen Einführung der
Vignette 1997 und der Preiserhöhung 2001 nur um 18 Prozent gestiegen.
Zusammen mit der jährlichen Indexanpassung bezahlen die
österreichischen Autofahrer damit schon für die kommenden 40 Jahre im
Voraus.
VCÖ.
Der VCÖ hat sich heute einmal mehr für eine kilometerabhängige
Pkw-Maut ausgesprochen. "Das bestehende Vignettensystem ist
ungerecht, benachteiligt klimafreundliches Verhalten und begünstigt
das Vielfahren", so VCÖ-Experte Martin Blum.
Features
Fakten
Sollte sich die derzeitige Regierung nicht zu einem gesetzlichen Preisstopp bei der Autobahnvignette einigen, wird diese Anfang Dezember um 2,2 Prozent oder 1,60 Euro teurer. Diese automatische Preisanpassung wurde Anfanag 2007 beschlossen.












