Faymann nimmt nochmals Anlauf für MwSt-Entlastung
SPÖ-Chef Werner Faymann nimmt einen neuen Anlauf, um sein Fünf-Punkte-Antiteuerungspaket vor der Wahl durch den Nationalrat zu bringen.

Foto © APFaymann hat sich Unterstützung von Ferdinand Lacina und Herbert Tumpel geholt.
Bei einer Pressekonferenz Freitagvormittag
kündigte er an, dass es mit den anderen Parteien ab Anfang kommender
Woche Gespräche geben werde, in die er sich auch persönlich
einbringen wolle. Ausdrücklich verteidigt wurde von Faymann sein
Plan, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zu senken, wobei er sich
zur Argumentationshilfe Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel und
Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina zur Seite holte.
Harte Worte. Lacina war das letzte Mal im Zusammenhang mit der SPÖ aufgefallen,
als er mit einer Gruppe prominenter Parteimitglieder in einem offenen
Brief die EU-Politik und vor allem die Vorgangsweise Faymanns mit dem
Brief an die "Kronen Zeitung" scharf kritisiert hatte - und das nur
wenige Tage vor dem Wahlparteitag für Faymann als SPÖ-Chef. Zu seiner
harten Worten steht Lacina weiterhin, wie er auf Nachfragen bekannte.
Allerdings habe Faymann ja mittlerweile zugestanden, dass die Art der
Kommunikation nicht ideal gewesen sei und überhaupt sei seine
Loyalität gegenüber der Sozialdemokratie immer außer Zweifel
gestanden.
Gute Sache. Dementsprechend bemühte sich der frühere Finanzminister auch
klarzustellen, wieso die Senkung der Mehrwertsteuer entgegen so
mancher Expertenmeinung eine gute Sache und sozial treffsicher sei.
Schließlich handle es sich um eine regressive Steuer, und die belaste
niedrige Einkommen mehr als hohe. Entsprechend komme dieser Gruppe
eine Entlastung auch besonders zu Gute. Diese Personen mit niedrigen
Einkommen hätten ja derzeit auch noch besonders an den hohen Energie-
und Lebensmittelpreisen zu knabbern.
Leistbar. Dass das Faymann-Paket gemeinsam mit der noch angepeilten
Steuerentlastung nicht leistbar ist, bestritt Lacina. Er habe in der
Steuerreform-Kommission immer die Meinung vertreten, dass das
anvisierte Gesamtvolumen für die Entlastung ein zu niedriges sei.
Notwenigkeit. Auch AK-Präsident Tumpel hob die Notwendigkeit der Steuersenkung
auf Lebensmittel hervor. Untersuchungen hätten erwiesen, dass es bei
den Lebensmitteln einen Österreich-Aufschlag gebe. Umso mehr sei es
nun vonnöten, hier eine Preissenkung herbeizuführen. Dass die
Lebensmittelketten diese an die Konsumenten weitergeben, glaubt
Tumpel trotz schlechter Erfahrungen bei der Preisgestaltung in den
letzten Monaten. Immerhin hätten sich die Händler ja schon mehrfach
öffentlich dazu verpflichtet.















