FPÖ-Wahlkampfauftakt: Abrechnung mit Rot-Schwarz
Laut Polizei waren 2.000 Menschen bei Wahlkampfaustakt in Linz. Glatzköpfige Jugendliche waren im Publikum.

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Für seine Verhältnisse fast streichelweich ist
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in den Wahlkampf gestartet. Seine
gut einstündige Rede am Linzer Hauptplatz wirkte über weite Strecken
wie ein Referat. Hauptangriffsziel waren SPÖ und ÖVP, die er für
Kriminalität, Teuerung und sonstiges verantwortlich machte. Immer
wieder wetterte Strache gegen Ausländer. Unter die laut Polizei rund
2.000 Zuhörer hatten sich mehrere glatzköpfige Jugendliche gemischt,
am Ende von Straches Ansprache erhoben einige die Hand zum
Hitlergruß.
Straches Themen. Strache referierte von Jugendlichen in FPÖ-T-Shirts flankiert
großteils über die Verfehlungen der großen Koalition in der
Gesundheits-, Sozial- und Sicherheitspolitik. Gleich zu Beginn wurden
Pfiffe von Gegendemonstranten laut, die ein Plakat aufrollten, auf
dem zu lesen stand: "Wer früher für ADI war, wählt Strache auch in
diesem Jahr." Zu gröberen Zwischenfällen kam es laut Polizei aber
nicht. Strache begrüßte "die kommunistischen Freunde" und rief seine
Fans auf, ruhigzubleiben.
Attacken. Nicht gefehlt haben auch Attacken auf die EU sowie Asylwerber, die
das System "missbrauchen" und Zuwanderer, die die staatlichen "Töpfe"
leeren würden. Aber: "Das hat gar nichts mit Ausländerfeindlichkeit
zu tun", so Strache, der auch immer wieder die aus seiner Sicht guten
Ausländer lobte. Das Publikum goutierte die gegen Zuwanderer
gerichteten Passagen mit tobendem Applaus.
Abrechnung mit Großer Koalition. Finanzminister Wilhelm Molterer (V) warf Strache vor, das Volk
"auszusackeln". SPÖ und ÖVP hätten den Österreichern das Geld
weggenommen, um es in Zuwanderung zu investieren. Große Begeisterung
löste seine Ansage aus, "das Problem" Arigona Zogaj "an nur einem Tag
als Innenminister erledigt" zu haben. Mit dem "Missbrauchssystem"
müsse Schluss sei, so Strache. Was die FPÖ auch nicht im Land haben
wolle, seien Moscheen. Diese hätten in Europa "nichts verloren und
passen nicht in das Landschaftsbild", sagte der FPÖ-Chef und beklagte
gleichzeitig die Unterdrückung von Christen in islamischen Ländern.
Aber man habe "großen Respekt vor dem Islam".
Traditionelle Themen. Strache blieb im Großen und Ganzen bei den von der FPÖ
traditionell besetzten Themen, war aber im Ton etwas gemäßigter als
gewöhnlich. Das könnte aber auch mit seiner angeschlagenen Stimme
zusammenhängen. Am Ende seine Rede versprach er, "alles zu geben,
auch wenn es meine Stimme ist". Er sprach auch von "Emotionen und
Gefühl" in der Politik.
Zu Beginn der Auftakt-Veranstaltung wurden die Spitzenkandidaten
für die Bundesländer samt Fahnen präsentiert, für Wien und als
einzige Frau trat dabei die Listenzweite Dagmar Belakowitsch-Jenewein
auf.













