FPÖ und BZÖ bringen Faymann-Paket ins Wanken
Kräftiger Gegenwind für die Faymannschen Anti-Teuerungs-Vorschläge: Sowohl FPÖ als auch BZÖ verlangten am Mittwoch Konzessionen der Sozialdemokraten, bevor sie ihre Stimmen für die roten Vorhaben hergeben.

Foto © ReutersStrache erbost
Die Umsetzung des Fünf-Punkte-Programms der SPÖ gegen die Teuerung gestaltet sich schwieriger als ursprünglich gedacht: Sowohl FPÖ als auch BZÖ verlangten am Mittwoch Konzessionen der Sozialdemokraten, bevor sie ihre Stimmen für die roten Vorhaben
hergeben. Aus dem Büro von SPÖ-Klubchef Josef Cap kam kein Entgegenkommen. Auf Anfrage hieß es, die SPÖ werde keine Kompromisse zulassen. Wer dies versuche, habe kein Interesse an der Umsetzung der Entlastungsmaßnahmen.
Strache erbost. Dieses Verweigern von Verhandlungen erbost FPÖ-Chef
Heinz-Christian Strache:. Der Plan der Sozialdemokraten, die fünf Punkte einfach im Nationalrat zur Abstimmung zu bringen, werde mit der FPÖ "so nicht funktionieren". Strache will beispielsweise, dass die Studiengebühren nur für Österreicher und EU-Bürger fallen. Bei
der Mehrwertsteuer-Halbierung auf Lebensmittel möchte er, dass diese nicht für Luxusgüter wie Kaviar gilt. Als Zusatzforderungen kommen dann noch eine Senkung der Mineralölsteuer und ein Entfall der Mehrwertsteuer auf Medikamente. Sparsam ist der FPÖ-Chef nicht. Sein
Entlastungsvolumen läge bei stolzen sechs Milliarden.
Kein Geschenk. Auch das BZÖ will seine sieben Abgeordneten-Stimmen der SPÖ nicht
einfach schenken. Generalsekretär Stefan Petzner verlangte eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente und eine Anerkennung des orangen Bündnisses als potenziellen Koalitionspartner für die Sozialdemokraten. Eine Abschaffung der Studiengebühren hatte das BZÖ schon im Vorfeld abgelehnt. Dafür gingen hier die Grünen mit Faymann
mit und die FPÖ - siehe oben - vielleicht.
Kritik an Faymann-Paket. Die ÖVP schießt derweil weiter gegen das von SPÖ-Chef Werner
Faymann propagierte Paket. Gleich in mehreren Aussendungen wurden die Pläne der Sozialdemokraten verdammt, mit Schwerpunkt auf der Mehrwertsteuersenkung. Parteiobmann Wilhelm Molterer sieht diese Maßnahme als "Unsinn", "wirklichen Fehlgriff" und "sauteuer" an, wie er bei der Präsentation des ÖVP-Wirtschaftsprogramms am Rande des
Forum Alpbach formulierte.
Lohnsteuer-Entlastung. Die Volkspartei setzt lieber auf eine großflächige
Lohnsteuer-Entlastung, allerdings erst 2010. Eine Tarifsenkung über
alle Steuerklassen soll der Bevölkerung zwei Milliarden bringen, 700
Millionen sind für die Familien vorgesehen. Darüber hinaus plädiert
die ÖVP für eine Stärkung der Wettbewerbsbehörde. Sollte da die SPÖ
nicht mitmachen, würde die ÖVP erwägen, sich im Nationalrat andere
Mehrheiten zu suchen, hieß es am Mittwoch aus Alpbach.
Features
Österreich wählt
Foto

Foto © Reuters
SPÖ in Umfragen vorne
In der Wählergunst fährt Faymann mit seinem Kurs derzeit offenbar nicht schlecht. In der regelmäßig durchgeführten "market"-Umfrage für das "News" hat die SPÖ erstmals seit Monaten wieder die Spitze übernommen, mit 28 Prozent zwei Prozentpunkte vor der ÖVP.












