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Zuletzt aktualisiert: 24.08.2008 um 09:19 UhrKommentare

NR-Wahl: Noch mehr Wechselwähler als 2006 erwartet

Grund: Unzufriedenheit mit Großparteien und großes Angebot.

Wähler legen sich immer seltener auf eine Farbe fest

Foto © Erwin ScheriauWähler legen sich immer seltener auf eine Farbe fest

Bei der Nationalratswahl im September dürfte die Zahl der Wechselwähler weiter ansteigen. Zwar war deren Zahl laut Meinungsforschern schon bei der vergangenen Wahl 2006 sehr hoch, das zunehmende "Zerbröckeln der Lagerbindung" sowie die Unzufriedenheit mit den Großparteien SPÖ und ÖVP und das diesmal große Angebot an antretenden Parteien dürfte zu einer weiteren Zunahme der Wählerbewegungen führen.

Anstieg erwartet. Laut Peter Ulram vom Meinungsforschungsinstitut Fessel & GfK gab es 2006 einen Wechselwähleranteil von 26 Prozent. Er gehe davon aus, dass es diesmal "etwas mehr" werden, "durchaus bis zur 30 Prozent-Marke oder darüber". Die Gründe sieht er im Antreten mehrerer Parteien.

Viel Taktik. Laut Palmes gibt es viele Wähler "mit zwei Parteien im Herzen". Deren Entscheidung hänge von "kleineren Dingen" ab. Viele würden auch gerne eine Koalitionsvariante wählen, daher seien viele Wahlentscheidungen taktisch bedingt. Da aber keine Partei eine verbindliche Koalitionsaussage treffen werde, würden die Wähler "ziemlich im Dunkeln tappen". Sie sieht die Zunahme an Unentschlossenen auch im "Zerbröckeln der Lagerbindung" bedingt: "Die Stammwählerschaft nimmt nicht mehr dieses abrufbare Masse ein". Außerdem sei das parteipolitische Angebot größer, die Chancen für das LIF oder die Liste Dinkhauser für einen Einzug in den Nationalrat seien gegeben.

Viele Unentschlossene. Wolfgang Bachmayer (OGM) schätzt den Anteil der Unentschlossenen mit gut einem Drittel; besonders viele Unentschlossene ortet er in der Kernwählerschicht der SPÖ. Peter Hajek (Public Opinion Strategies) schätzt den Wechselwähleranteil auf 20 bis 25 Prozent. Tatsache sei laut Bachmayer, dass "sich unglaublich viel bewegen kann". Daher sei jede Aussage über einen möglichen Ausgang der Wahl "äußerst spekulativ".


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