NR-Wahl: Noch mehr Wechselwähler als 2006 erwartet
Grund: Unzufriedenheit mit Großparteien und großes Angebot.

Foto © Erwin ScheriauWähler legen sich immer seltener auf eine Farbe fest
Bei der Nationalratswahl im September dürfte die Zahl
der Wechselwähler weiter ansteigen. Zwar war deren Zahl laut
Meinungsforschern schon bei der vergangenen Wahl 2006 sehr hoch, das
zunehmende "Zerbröckeln der Lagerbindung" sowie die Unzufriedenheit
mit den Großparteien SPÖ und ÖVP und das diesmal große Angebot an
antretenden Parteien dürfte zu einer weiteren Zunahme der
Wählerbewegungen führen.
Anstieg erwartet. Laut Peter Ulram vom Meinungsforschungsinstitut Fessel & GfK gab
es 2006 einen Wechselwähleranteil von 26 Prozent. Er gehe davon aus,
dass es diesmal "etwas mehr" werden, "durchaus bis zur 30
Prozent-Marke oder darüber". Die Gründe sieht er im Antreten mehrerer
Parteien.
Viel Taktik. Laut Palmes gibt es viele Wähler "mit zwei Parteien im Herzen".
Deren Entscheidung hänge von "kleineren Dingen" ab. Viele würden auch
gerne eine Koalitionsvariante wählen, daher seien viele
Wahlentscheidungen taktisch bedingt. Da aber keine Partei eine
verbindliche Koalitionsaussage treffen werde, würden die Wähler
"ziemlich im Dunkeln tappen". Sie sieht die Zunahme an
Unentschlossenen auch im "Zerbröckeln der Lagerbindung" bedingt: "Die
Stammwählerschaft nimmt nicht mehr dieses abrufbare Masse ein".
Außerdem sei das parteipolitische Angebot größer, die Chancen für das
LIF oder die Liste Dinkhauser für einen Einzug in den Nationalrat
seien gegeben.
Viele Unentschlossene. Wolfgang Bachmayer (OGM) schätzt den Anteil der Unentschlossenen
mit gut einem Drittel; besonders viele Unentschlossene ortet er in
der Kernwählerschicht der SPÖ. Peter Hajek (Public Opinion
Strategies) schätzt den Wechselwähleranteil auf 20 bis 25 Prozent.
Tatsache sei laut Bachmayer, dass "sich unglaublich viel bewegen
kann". Daher sei jede Aussage über einen möglichen Ausgang der Wahl
"äußerst spekulativ".












