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Zuletzt aktualisiert: 22.08.2008 um 22:23 UhrKommentare

Im TV: Das Duell um das Dritte Lager

Die beiden rechten Parteien sind für jeden Vierten wählbar. BZÖ-Altmeister Haider versucht seinem FPÖ-Lehrling Strache Stimmen abzujagen - um sich dann zu versöhnen.

Haider, Turnher, Strache

Foto © APA/ORF Haider, Turnher, Strache

"Wo willst'n stehen? Auf welcher Seite willst du das Transparent halten?", fragt ein großgewachsener blauer Schlachtenbummler einen kleineren. Der kleine Mann antwortet: "I steh' immer rechts." Darauf der Große: "Wenn ma beide rechts stehen, wird das nichts."

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Eva Weissenberger kommentiert

Hundert FPÖ-Anhänger. Diese Episode spielte sich vor dem ORF-Zentrum in Wien ab. Hundert FPÖ-Anhänger standen für ihren Parteichef Heinz Christian Strache Spalier, der zum TV-Duell gegen Jörg Haider erwartet wurde. Die kleine Geschichte illustriert das Dilemma des Dritten Lagers: Wie viel Platz gibt es rechts von der ÖVP?

Gemeisames Wählerpotential. Das gemeisame Wählerpotential von FPÖ und BZÖ schätzen Meinungsforscher auf 25 Prozent. Aktuelle Umfragen geben der FPÖ bis zu 20 Prozent, dem BZÖ fünf. Sie raufen sich um die selben Wähler - dadurch ergeben sich aber auch Vorteile. "Wenn sie sich duellieren, halten sie Themen in der Debatte, von denen sie beide profitieren, zum Beispiel das Thema Ausländer", sagt Politikforscher Christof Hofinger vom Institut Sora.

Geographische Lage. Das einzige Unterscheidungsmerkmal der beiden Parteien ist die geographische Lage. Wer das BZÖ wählt, befindet sich wahrscheinlich in Kärnten. Im Rest von Österreich geben Freiheitliche und rechte Protestwähler den Blauen ihre Stimme. Kann BZÖ-Spitzenkandidat Jörg Haider das ändern? "Haider ist zwar abgenutzt und etwas vom Glanz ist ab, hat aber als Spitzenkandidat mehr Zugkraft als Strache", sagt der Meinungsforscher Uwe Baco vom Institut market. Hofinger hält Haiders Anziehungskraft außerhalb Kärntens für begrenzt: "Viel Porzellan ist zerschlagen worden und das geht weit in die FPÖ-Kernschichten hinein."

Abspaltung. Aus diesem Grund hat das BZÖ seit seiner Abspaltung im April 2005 immer wieder versucht, sich mit der FPÖ wieder zu vereinen. Im Wahlkampf 2006 machte der orange Spitzenkandidat Peter Westenthaler Strache unmoralische Angebote, nun kommen sie von Haider und seinem neuen alten Freund: Ewald Stadler war eigentlich derjenige, den Haider mit der BZÖ-Gründung rechts liegen lassen wollte. Später hat sich Stadler aber übers Geld mit Strache zerstritten, ist aus der FPÖ ausgeschlossen worden und hofft nun mit dem BZÖ seinen Parlamentssitz retten zu können. Strache antwortet auf die Versöhnungsangebote stets: "Völlig ausgeschlossen. Mit Menschen, die sich so charakterlos verhalten haben, die Mandatsraub betrieben haben, wollen wir nichts mehr zu tun haben."

Modell. In freiheitlichen Kreisen immer wieder diskutiert wird aber zumindest eine Zusammenarbeit nach dem Modell der beiden konservativen Parteien in Deutschland: In Bayern regiert die CSU im Rest der Bundesrepubik die CDU. Jörg Haider ist in solchen Fragen immer flexibel. Im Wahlkampf 2006 sagte er: "Es wissen alle meine Freunde, dass mir die Partei nicht wirklich ein Anliegen ist, sie ist nur ein Instrument." Haider kam am Freitag übrigens nur in Begleitung von ein paar BZÖ-Mitarbeitern ins Wiener ORF-Zentrum. Deren Kommentar: "Wir trauen uns halt alleine her."

THOMAS FRANK, EVA WEISSENBERGER

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